Aus der Ermert-Sammlung

Exponate nach Detmold ausgeliehen: Kreis unterstützt Ausstellung des Jugendherbergswerks

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Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski (2. von links) und Holger Lüders (rechts) helfen den Gästen beim Ausrollen der riesigen Fahne.

Altena – Das Jugendherbergswerk wird 100 Jahre alt – aber nur im Lippischen. Während die Organisation selbst ihr Jubiläum schon vor zehn Jahren ganz groß feierte, bereitet das Lippische Landesmuseum sich auf eine Sonderausstellung „100 Jahre Jugendherbergen“ vor, die Ende August eröffnet wird – und zwar mit Unterstützung des Kreisarchivs an der Bismarckstraße.

Das Jugendherbergswerk beantwortet die Frage nach seinem Gründungsjahr mit einem Verweis auf Richard Schirrmann, der die Geburt der Jugendherbergsidee auf den 26. August 1909 datiert. Das war jener Tag, an dem er mit seinen Schülern in ein Unwetter kam und in der Dorfschule von Bröl Unterschlupf fand. Daraus entstand die Idee, Schulen in den Ferien für die Wanderjugend zu öffnen.

Die erste (Ferien-)Jugendherberge wurde 1912 in Altena eröffnet, zwei Jahre später folgte die erste ständige Jugendherberge auf der Burg Altena. Und wie kommt das Lippische Landesmuseum auf das Gründungsjahr 1919? 

In jenem Jahr wurde der „Zentrale Hauptausschuß für Jugendherbergen“ ins Leben gerufen – zuvor war das Jugendherbergswerk personell und logistisch eng mit dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) verknüpft und wurde von dessen Geschäftsstelle in Arnsberg mitverwaltet. 

Verwaltung des Jugendherbergswerkes in Detmold angesiedelt

Das Lippische Landesmuseum erinnert mit seiner Sonderausstellung noch an einen weiteren Jahrestag, an dem es nichts zu rütteln gibt: Die Verwaltung des Jugendherbergswerkes wurde nach der Wiedergründung des DJH 1949 auf der Burg Altena in Detmold angesiedelt, sitzt also seit genau 70 Jahren in Detmold. 

Dass Altena und das Jugendherbergswerk eng miteinander verbunden sind, ist unbestritten. Dementsprechend viele Exponate hüten die Museen auf der Burg Altena und vor allem das Kreisarchiv, das die sogenannte Ermert-Sammlung verwaltet. Aus ihr stammen mehrere Exponate, die ab August in Detmold gezeigt werden. 

Daher stammt die sogenannte Ermert-Sammlung:

Hans Ermert aus Herdorf hatte dem Kreisarchiv 2008 Ansichtskarten, Fotos, Wanderführer, Musikinstrumente, Sammelalben, Fahnen, metallene Doppelstockbetten, Spinde, Koch- und Essgeschirr, Essensmarkenautomaten und kratzige Wolldecken überlassen. 

Die Vereinbarung zur Übernahme der Sammlung Ermert wurde im Juni 2008 unterzeichnet. Sie gilt als sinnvolle Ergänzung zur ersten Jugendherberge der Welt auf der Burg Altena. Zwischengelagert sind die Gegenstände vorerst noch im Lager des Bürgerbüros des Kreises am Griesenbrauck in Iserlohn. 

Ausstellung "Werte.Wandel.Weltweit" ab 30. August

Dorthin kamen jetzt Dr. Martin Dröge, Sven Siemon und Julia Fiege von der Fakultät für Kulturwissenschaften der Uni Paderborn. Mit Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski, Holger Lüders von den Museen des Märkischen Kreises sowie Bernd Gohlicke vom Medienzentrum stöberten sie in den eingelagerten Exponaten. 

Dr. Martin Dröge wird Teile der Sammlung in die Ausstellung einbinden. Eröffnet wird die Schau, die den Titel „Werte.Wandel.Weltweit“ tragen wird, am 30. August. Sie wird bis zum 5. Januar 2020 im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen sein. 

Die Unterbringung der Ermert-Sammlung in Iserlohn ist übrigens nur eine Zwischenlösung: Sie soll künftig im neuen Kreisarchiv in Altena ein endgültiges Zuhause finden.

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