Leuchtturm-Projekt im MK

Erlebnisaufzug zur Burg Altena: Stadt nennt erstmals Kosten

Der Burgaufzug samt Torhaus in der Innenstadt Altenas zählt zu den Prestigeprojekten im MK.
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Der Burgaufzug samt Torhaus in der Innenstadt Altenas zählt zu den Prestigeprojekten im MK.

Sieben Jahre nach seiner Eröffnung gibt es nun erstmals Zahlen: Die Stadtverwaltung in Altena hat sich zu den Kosten für den Erlebnisaufzug zur Burg geäußert. Für das Millionen-Projekt flossen sehr hohe Fördergelder.

Altena – Mehrmals hatte die SDA (Soziale und demokratische Alternative) im Rat nach den Kosten des Burgaufzugs gefragt. Der endgültige – auch finanzielle – Abschluss des Millionen-Projekts zieht sich aufgrund einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Stadt und beteiligten Baufirmen noch immer hin, aber einen „Zwischenstand“ wünschte sich SDA-Ratsherr Ulrich Biroth schon mit Blick darauf, dass der Erlebnisaufzug bereits 2014 eröffnet wurde und es bislang keine Informationen zu den Kosten gab.

Nun hatte die Verwaltung eine kurze tabellarische Aufstellung der Kosten gefertigt, die bei der Ratssitzung per Beamer im Saal des Lennesteins gezeigt werden sollte. Sollte. Tücken der Technik: Die Leinwand blieb schwarz, nach einem Neustart war dann ein ansehnliches Fußballstadion zu sehen.

Burgaufzug: Sechs Millionen aus Fördertöpfen

Die Ratsmitglieder zeigten sich amüsiert, wurden aber dann auch informiert – mündlich durch Stadtplaner Roland Balkenhol. Ergebnis: Der Burgaufzug kostete knapp 7,53 Millionen Euro, der Eigenanteil der Stadt beläuft sich allerdings dank einer stattlichen Förderung nur auf insgesamt 968 000 Euro. In der Aufstellung wird unterschieden zwischen dem Aufzug und dem Torgebäude in der Innenstadt.

Für den Aufzug selbst gab es gut sechs Millionen Euro aus der sogenannten RWP-Förderung. Dahinter steckt das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Finanziert wird es aus der Bund/Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land NRW. Klingt nach einem komplizierten Verfahren.

Torhaus: Stadt zahlt 236.000 Euro selbst

„Das war schon aufwändig“, erinnert sich Stadtkämmerer Stefan Kemper. Auch die Regionale habe mit hineingespielt, über die Förderverfahren gebündelt wurden. Die Gesamtkosten nur für den Aufzug belaufen sich auf 6,741 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil liegt bei 732 000 Euro.

Auch für das Torgebäude mit seiner markanten Fassade aus Corten-Stahl gab es eine kräftige Zuwendung: 550 000 Euro, die wiederum aus Städtebau-Mitteln stammen. Der Eigenanteil für die Stadt summiert sich auf 236 000 Euro.

Rat bestimmt bei Stadtfinanzen mehr mit

Ganz abgeschlossen ist das Kapitel Aufzug allerdings damit noch nicht: Es läuft noch ein Zivilverfahren wegen Baumängeln und nicht gezahlter Leistungen zwischen der Stadt und Arbeitsgemeinschaft Burg Altena (ARGE), zu der sich am Bau beteiligte Firmen zusammengeschlossen haben. Es geht um 230 000 Euro. So ein Verfahren dauere erfahrungsgemäß lange, sagte Balkenhol dem Rat.

Nicht nur um den Burgaufzug ging es der SDA bei einem Antrag, mit dem sie mehr Mitbestimmung des Rats bei außer- und überplanmäßigen Kosten fordert (wir berichteten). Anlass war die Kostenüberschreitung bei der Fußgängerbrücke zum Lennepark, die teurer ist als geplant. Über die Mehrkosten informierte die Stadt die Kommunalpolitiker erst im Juni 2021.

Ausnahme für Hochwasserschäden

Das stieß SDA-Ratsherr Biroth sauer auf. Er beantragte nun, dass außerplanmäßige Ausgaben ab 40 000 Euro künftig vom Rat abgesegnet werden müssen. Letztlich einigte sich der Rat nun ohne weitere Diskussionen einstimmig darauf, diese Grenze auf 50 000 Euro – wie bei einem Geschäft der laufenden Verwaltung – anzuheben.

Ausgenommen sind Ausgaben für Hochwasserschäden. Über sie darf der Bürgermeister bis 200 000 Euro ohne Votum des Rats entscheiden. „Solche Fälle werden wir künftig häufiger haben“, sagte Uwe Kober. Er verwies auf die Notwendigkeit eines raschen Handelns der Verwaltung. SDA-Ratsherr Biroth konnte damit gut leben: „Ich bin sehr zufrieden. Es war uns wichtig, dass das reinkommt.“

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