Erinnerung an gemeinsame Zeit im Hofstaat

ALTENA ▪ Über 30 Jahre ist es nun her, dass die Männer und Frauen, die sich am Freitag im Lennesstein trafen, gemeinsam im Altenaer Hofstaat waren. Aber die Königin aus dem Jahre 1979, Karin Hücking, erinnert sich noch ganz genau, wie es war, als Peter Klincke sie zur Mitregentin erkor: „Die Nachricht, dass ich Schützenkönigin bin, war für mich ein Schreck in der Mittagsstunde.“

Gemeinsam schwelgten die Schützen in Erinnerungen, schauten sich alte Fotos an und erzählten sich, wie es ihnen heute geht. Denn nicht mehr alle wohnen in Altena.

„Selbstverständlich war unser Schützenfest das Beste, was es je in Altena gegeben hat“, erklärt Jürgen Schroer lachend. Und fügt hinzu: „Damals konnte man noch besser feiern und wir kamen mit weniger Tamtam aus.“

Karin Hücking erinnert sich noch ganz genau an den Tag, der sie für eine Schützenfestsaison den Ausnahmezustand hautnah miterleben ließ: „Die Schützen kamen mittags und fragten mich, ob ich Königin werden wollte.“ Natürlich wollte sie. „Ja“ war schnell gesagt, doch dann ging der Stress erst richtig los. Denn natürlich brauchte sie nicht nur ein Kleid, sondern auch eine schicke Frisur. „Ich musste halt erst einmal das nehmen, was der Kleiderschrank hergab“, erinnert sie sich. Hinzu kam, dass sie nicht nur ein Geschäft zu betreuen hatte, sondern auch noch zwei kleine Kinder unterbringen musste. Außerdem sei sie ganz schön aufgeregt gewesen, schließlich werde man nicht alle Tage zur Königin gekrönt.

Ihr Mann Manfred Hücking antwortet auf die Frage ob es schwer sei, „seine Königin“ für ein paar Tage jemand anderen zu überlassen nur scherzend: „Nein, eigentlich nicht. Das einzige womit man sich abfinden muss, ist, dass man als Mann degradiert wird.“ Denn während der Schützenfestzeit hatte er drei Schritte hinter der Königin zu laufen. „Das ist wie mit Prinz Philip von England und der Queen“, berichtet er lachend. Nach wie vor sind die ehemaligen Hofstaatler vom Schützenfestvirus infiziert. „Alle drei Jahre Schützenfest. Das ist ein richtiger Fixpunkt im Terminkalender“, erklärt Rolf Dietrich, der heute mit seiner Frau Ute in Köln lebt. ▪ lm

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