Wenn die Schulden drücken

Fast zehn Prozent der Deutschen leiden unter einem hohen Schuldenstand. In der Burgstadt liegt dieser Satz noch höher.

Altena -  Der aktuelle Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Köln wirft nicht das beste Licht auf die Burgstadt. Überdurchschnittliche viele Einwohner sind hier „überschuldet“.

Diesen Zustand definiert die Auskunftei so: Eine Überschuldung liege dann vor, wenn „der Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm zur Deckung seines Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen“. Mit anderen Worten: Die anstehenden Gesamtausgaben sind höher als die verfügbaren Einnahmen.

Eine Auswertung der von Creditreform gesammelten Daten zeigt, dass die Zahl der überschuldeten Altenaer deutlich über dem Durchschnitt liegt. Das gilt sowohl für den bundesweiten Durchschnitt als auch für den landesweiten – und selbst im Vergleich mit den Städten und Gemeinden im Märkischen Kreis stellen die Altenaer den Ausreißer: Die Schuldnerquote für 2014 in der Burgstadt liegt bei genau 15,41 Prozent und ist damit im Vergleich zu 2013 (15,24 Prozent) leicht gestiegen. Einen Höchststand gab es mit 15,9 Prozent im Jahr 2012. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 waren 14,03 Prozent der Altenaer überschuldet.

Die Überschuldungsquoten im direkten Vergleich:

- Deutschland 9,9 %   - NRW 11,46 %

- Märk. Kreis 12,63 %   - Altena 15,41 %

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gibt es fünf Hauptgründe für eine Überschuldung, die von der Creditreform als „big five“ zusammengefasst werden: Mit fast 26 Prozent der Fälle führt Arbeitslosigkeit diese Liste an, gefolgt von Trennung, Scheidung oder Tod des Partners mit 14 Prozent. Krankheit, Sucht oder ein Unfall machen rund 13 Prozent der Fälle aus und knapp 12 Prozent basieren auf „unwirtschaftlicher Haushaltsführung“. Eine gescheiterte Selbstständigkeit führt acht Prozent der Menschen in die Überschuldung.

Aktuell sind in ganz Deutschland 2,56 Millionen Frauen überschuldet. Das sind 48000 Überschuldungsfälle mehr als im Vorjahr. Dennoch liefern Männer immer noch die weitaus höhere Zahl von Überschuldung ab: 4,12 Millionen sind betroffen, ein Plus von 41000 Fällen. Die Überschuldungsquote beträgt bei den deutschen Frauen 7,35 Prozent (2013: 7,24 Prozent) und bei den Männern 12,61 Prozent (2013: 12,55 Prozent). Tendenziell nimmt die Überschuldung der Frauen weiter zu.

Während Männer sich mit einer Schuldenhöhe von durchschnittlich 36500 Euro konfrontiert sehen, sind es bei Frauen 28100 Euro. Insgesamt hat sich die Schuldenhöhe der überschuldeten Bürger von 36900 Euro (2006) auf 32600 Euro (2014) verringert. - Von Thomas Keim

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