Entwicklung am Breitenhagen: „Müssen Qualitäten schaffen“

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Die Pausenhalle der Grundschule Breitenhagen war am Dienstagabend gut gefüllt. Mehr als hundert Leute wollten dort mehr über die Entwicklung des Stadtteils Breitenhagen und mögliche Abrisse von Häusern erfahren.

Altena - Mehr als hundert Besucher fanden am Dienstagabend den Weg in die Grundschule Breitenhagen. Dort wollten sie mehr über die Entwicklung des Stadtteils erfahren.

„Es kann nicht sein, dass wir hier nur abreißen – wir müssen auch neue Qualitäten schaffen“, sagte Jutta Gruß-Rinck vom Düsseldorfer Büro ASS, das mit der Konzeptplanung beauftragt ist. „Wir werfen heute einen Blick in die mögliche Zukunft am Breitenhagen“, sagte Gruß-Rinck. 

Dabei betonte sie, dass es sich um keine konkreten Pläne, sondern eben um Konzepte handelt. Das Thema „Wohnen“ war für die Besucher besonders interessant. Ein großer Teil der Gebäude am Breitenhagen gehört der Altenaer Baugesellschaft. 

Wohnungen müssen moderner werden

„Vieles wird den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht“, sagte Gruß-Rinck. Es handle sich um alte Wohnungen mit kleinen Wohnflächen von etwa 55 Quadratmetern. „Dazu gehören ungünstige Schnitte, kleine Bäder und eine Barrierefreiheit ist meistens nicht gegeben“, erklärte Roland Balkenhol, Abteilungsleiter Planen und Bauen. Und die müsse angesichts der Altersstruktur unbedingt mehr bedacht werden.

Einige Gebäude seien in die Jahre gekommen und daher bereits abgerissen worden. Weitere Abrisse stehen noch an. „Das soll aber nicht so weitergehen“, betonte Balkenhol. Vielmehr werde geprüft, wo eine Modernisierung der Wohnungen Sinn macht und wo nur der Abriss eine Option ist.

Jutta Gruß-Rinck stellte am Dienstagabend die ersten Konzepte zur Stadtteil-Entwicklung am Breitenhagen vor.

„Dabei ist die Marktbereinigung auch ein Thema“, sagte der Abteilungsleiter. Zahlreiche Wohnungen können aufgrund mangelnder Nachfrage nicht belegt werden. Betroffen sei zum Beispiel der Bereich Habelschwerdter Straße (oberhalb der Schule) bis zur Memeler Straße. 

„In diesem Quartier, das mehrere Straßen umfasst, werden wir gemeinsam mit der Baugesellschaft überlegen, wo modernisiert werden kann und wo nicht“, sagte Balkenhol. Stadtplanerin Gruß-Rinck sprach zudem eine Möglichkeit alternativer Wohnformen an. 

Architektenwettbewerb zur Lösungsfindung

Eine Idee dazu: Die im Karree stehenden Häuser zwischen Wilhelmstraße und Amselweg böten eine Möglichkeit des Mehrgenerationenwohnens. „Der gemeinsame Innenhof passt gut zu einem solchen Konzept“, sagte Balkenhol. 

Um die bestmöglichen Lösungen zu finden, seien bereits Fördermittel beantragt worden. Diese will die Stadt für einen Architektenwettbewerb einsetzen. 

Was passiert mit den Abrissflächen?

An all diese Überlegungen schließt die Frage an, was mit den Frei- und Abrissflächen passiert. Gruß-Rincks Vorschlag: sogenannte Pocket-Parks, die überall im Stadtbild auftauchen könnten. „Es wären kleine Orte der Ruhe“, sagte sie. 

Trotz umfangreicher Vorstellung der Konzept-Ideen schienen einige Anwohner nach der Versammlung aber noch nicht zufrieden. „Ich hatte den Eindruck, dass sie sich mehr Klarheit erhofft haben“, sagte Balkenhol. „Sie wollen wissen, ob sie mit einem Abriss rechnen müssen.“ 

Eine Garantie gibt es nicht

Die betroffenen Anwohner seien dazu bereits informiert worden. „Und ansonsten ist auch nichts geplant“, betonte Balkenhol. Angst müsse niemand haben, eine Garantie gebe es aber auch nicht. Die Planungen seien noch Zukunftsmusik. Dennoch: „Das ganze Gebiet wird sich langfristig verändern.“ 

Wer mehr über die Konzeptentwicklung erfahren möchte, kann sich demnächst auf der Homepage der Stadt informieren. Dort wird die entsprechende Präsentation zur Verfügung gestellt.

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