Entscheidungen im Sekundenbruchteil

Udo Winter, Chef der hauptamtlichen Feuerwache.

ALTENA ▪ Ein „Feuerchen“ rief die Feuerwehr Dienstagabend zur Ebbergstraße. Ein vergleichsweise gimpflich verlaufener Verkehrsunfall ließ Mittwochabend ein zweites Mal innerhalb dieser Woche die Rettungskräfte mit Sirenenalarm zum Einsatzort beordern.

Für Udo Winter, den Chef der hauptamtlichen Wache, haben aber sowohl die Bürger, die die Rettungskräfte informierten, als auch der Wehr-Zenralist in Lüdenscheid, „alles richtig gemacht.“ Er verwies im Gespräch darauf, dass es unerschiedliche Alarmpläne für die Wehr gäbe. Auf einen einfachen Nenner gebracht: „Nachts sind alle verfügbar, tagsüber aber nicht!“ Im feuerwehrtechnischen Fachchinesisch heißt das dann „Tagesverfügbarkeit“ und ist die Umschreibung für das Erreichen möglicher Kräfte bis 18 Uhr. Das ist die magische Zeitgrenze, ab der für die Wehr „die Nacht beginnt“, weil in der Regel die meisten Freiwilligen dann auch im Feierabend zu Hause sind.

Bei gemeldeten Waldbränden, wie am Dienstag, müsse der Zentralist aber in jedem Fall auf Nummer Sicher gehen. Er betätigte die Sirene und alarmierte so die Mitglieder der Innenstadt-Löschgruppen (AK berichtete). Die Alarmpläne im Leitrechner sind dreistufig. So müsse der Zentralisit nach Lage der Dinge in Sekunden entscheiden. „Wenn schon einige Bürger ein Feuer melden, ist das häufig ein Indiz, das wir uns auf etwas einstellen müssen“, so Winter. Grundsätzlich gelte aber: „Besser aus dem Vollen schöpfen, als zum Beispiel beim vermeintlichen Waldbrand an der Ebbergstraße nur mit drei Kräften vor Ort sein.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

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