Viel hilft nicht viel

Entenfütterung an der Lenne

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Lenne-Ente mit einem Stück Brot. Eine Nabu-Sprecherin macht dazu auf eine einfache Regel aufmerksam: „Wer hier überwintert, der tut das, weil er es kann.“ Die Wasservögel seien also nicht auf eine Zufütterung angewiesen.

Altena - Man sieht es immer wieder: Passanten an der Lenneuferstraße treten mit Tütchen oder Tüten in der Hand ans Ufergeländer und beginnen, die zahlreich vorhandenen Stockenten zu füttern.

An anderer Stelle kann man beobachten, dass große Mengen an Brot oder Brötchen ins Wasser geworfen wurden. Mengen, die so kaum in einem einzelnen Haushalt anfallen dürften. Beim Landesverband des Naturschutzbundes Nabu in Düsseldorf kennt man die Problematik gut. Es seien verschiedene Aspekte zu beachten, sagt Birgit Königs von der Nabu-Pressestelle. Ganz grundsätzlich gelte, dass man Wasservögel nicht füttern sollte – schon gar nicht mit Brot.

Kein Brot verwenden

 „Es ist oft gut gemeint, aber es hilft den Tieren nicht. Im Gegenteil – es schadet mehr, als es nützen würde“, so Königs. Problem Nummer 1 ist dabei, dass Brot kein geeignetes Entenfutter ist. „Es ist gesalzen oder auch zusätzlich noch gewürzt“, erklärt Königs mit Hinweis auf problematische Inhaltsstoffe – sie bekommen den Enten nicht. „Und sie brauchen sie auch nicht.“ Eine andere Problematik besteht in der Anreicherung von Nährstoffen in dem Gewässer, in dem gefüttert wird. Stichworte: eutrophierung und Algenbildung. Zwar sei das bei einem Fließgewässer wie der Lenne nicht ganz so problematisch wie z. B. bei einem Teich, aber letztlich gelangten die Brotmengen trotzdem in den Wasserkreislauf und müssten abgebaut werden.

Wasserkreislauf belastet

Und es gibt noch einen dritten Aspekt: „Durch die Zufütterung fördert man das Wachstum der jeweiligen Population“, erklärt Königs. Das könne zu einer Bestandsgröße führen, die ökologisch nicht sinnvoll sei und am Ende sogar für den Menschen lästig sein könne. „Und Stockenten sind nicht bedroht“, weißt die Nabu-Sprecherin darauf hin, dass es in NRW einen großen Bestand gibt. Fütterer täten also auch in dieser Hinsicht den Tieren keinen Gefallen. Birgit Königs sieht grundsätzlich zwei Motive, warum Menschen „Fütterungsaktionen“ unternehmen. Manche täten es zu ihrem Vergnügen, z. B. mit Kindern, was grundsätzlich in Ordnung sei. „Dann aber natürlich kein Brot verwenden“, appelliert die Nabu-Sprecherin.

In der Zoohandlung kaufen

Es gebe Wasservogelfutter mit hohem Maisanteil in Zoohandlungen oder bei Versendern. Aber auch dieses Futter solle man nicht ins Wasser werfen, sondern an den Rand legen. Völlig unverständlich aber ist für Königs das zweite Motiv. „Es ist oft ganz einfach Abfallentsorgung.“ Dabei könne man Brotreste ganz einfach über den Hausmüll entsorgen. „Die Verbrennungsanlagen sind doch froh, wenn sie etwas Brennbares bekommen.“

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