Ein Verein mehr in Altena

Denkmal-Förderer: Ludwig Knau, Host Nimmermann, Andreas Kisker, Peter-Wilm Schmidt, Michael Laser, Jürgen Wagner und Bernd Falz (von links) bilden den Vorstand des Vereins.

Altena -   Gut 190 Vereine mit Sitz in Altena listet die städtische Homepage auf, 22 davon sind Fördervereine. Demnächst kann die Administratorin Gundula Schulze einen weiteren hinzufügen: Im Sitzungssaal des Rathauses gründete sich am Dienstagabend der „Förderverein ehemalige Messingfabrik Dahlmann“.

Etwa 30 Altenaer waren der Einladung des städtischen Denkmalpflegers gefolgt. Jürgen Wagner erklärte noch einmal kurz, worum es geht: Am Loerweg, also unweit des Kölschen Joe, stieß er vor nicht allzu langer Zeit auf ein Kleinod märkischer Industriegeschichte – bis dahin hatte kaum einer gewusst, dass die um die Jahrtausendwende aufgegebene Fabrik Dahlmann sich innen noch nahezu im Originalzustand befindet – mit erkennbar sehr alten, von ledernen Transmissionsriemen angetriebenen Maschinen. Wagner: „Das ist ein wunderbares Chaos“.

Keine Frage, dass das erhalten werden muss. „Denkmalschutz ist kein Privatvergnügen“, stellte Wagner klar – es sei im Interesse der Öffentlichkeit, Denkmäler wie dieses zu erhalten. Deshalb sei die Öffentlichkeit auch dazu aufgerufen, den Privatleuten zu helfen, die die Fabrik und dazugehörige Nebengebäude vor einiger Zeit erworben haben.

Dazu also die Gründung des Fördervereins: Seine Mitglieder sollen nicht nur mit anpacken, um die Maschinen wieder ans Laufen zu kriegen, alles zu inventarisieren, das Wasserrad zu reparieren, den Obergraben instand zu setzen und, und, und – sie sollen auch Geld auftreiben. Einerseits geschieht das über den Mitgliederbeitrag, der auf 48 Euro pro Jahr festgelegt wurde, andererseits macht die Vereinsgründung nach Angaben Wagners aber auch den Weg frei zu Fördertöpfen beispielsweise der Stiftung Denkmalpflege.

Punkt für Punkt wurde der Satzungsentwurf durchgegangen – er legt auch fest, dass es Aufgabe des Vereins sein soll, das Denkmal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zum Beispiel durch die Organisation von Führungen. Außerdem wird eine Vernetzung mit anderen Industriedenkmälern der Region angestrebt.

Nachdem die Satzung einstimmig verabschiedet wurde, folgten einigermaßen denkwürdige Vorstandswahlen: Nur um einen Vorsitzenden hatte sich Wagner im Vorfeld gekümmert – Michael Laser, der neue Besitzer der Fabrik, wird diesen Posten übernehmen. Für alle übrigen Vorstandsämter fanden sich in der Gründungsversammlung spontan Bewerber – davon kann mancher etablierte Verein nur träumen. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung Peter-Wilm Schmidt, Schatzmeister wird Andreas Kisker und die Geschäftsführung liegt in den Händen von Jürgen Wagner. Beisitzer wurden Ulrich Biroth, Ludwig Knau, Bernd Falz und Horst Nimmermann. Einen weiteren Beisitzer stellt die Eigentümerfamilie, so dass auch Julia Laser dem Vorstand angehört.

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