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Enervie: „Gas-Notfallpläne existieren“

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Von: Thomas Machatzke

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Gasflamme
Privatkunden würden als letztes von einem Gasstopp betroffen sein, teilt die Enervie mit. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Krieg in der Ukraine mit all seinen schrecklichen Nachrichten und Bildern und die Folgen: Der Ruf nach weiteren Sanktionen gegen Russland wird immer lauter. Hinter den Kulissen laufen bereits die Vorbereitungen für ein solches Szenario.

Altena - In Altena muss sich die Enervie mit den Themen „Krisenvorsorge Gas“ und „Gasnotfallplan“ beschäftigen, weil sie das Gasnetz der Stadtwerke gepachtet hat und damit Netzbetreiber ist. Alexander ten Hompel, Stababteilungsleiter von „Enervie Vernetzt“, nahm im Auftrag des Unternehmens Stellung zu den Fragen der Redaktion.

Wie sorgenvoll blickt die Enervie angesichts der aktuellen Entwicklung durch den Ukraine-Krieg der Gasversorgung für die Zukunft entgegen?
Wir erleben seit vielen Wochen und Monaten stark ansteigende Gaspreise. Das hängt natürlich auch mit dem Krieg in der Ukraine und den angespannten Beschaffungsmärkten zusammen. Insgesamt wird auf EU- und Bundesebene zur Zeit alles dafür getan, mittelfristig unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. Welche Entwicklungen hier zukünftig zu erwarten sind, können wir aktuell aufgrund der dynamischen Entwicklungen leider nicht abschließend beurteilen.

Werden Engpässe erwartet?
Das Bundeswirtschaftsministerium geht aktuell davon aus, dass für die aktuell laufende Heizperiode die Gasversorgung für Privathaushalte gesichert ist. Darüber hinausgehende Engpässe hängen mit der zukünftigen Versorgungssituation zusammen. Diese können wir als regionaler Verteilnetzbetreiber nicht beeinflussen.

Wenn es zu Engpässen kommen sollte, gibt es für diese Fälle bereits Notfallpläne und Priorisierungslisten?
Notfallpläne und gesetzliche Rahmenbedingungen existieren bereits seit geraumer Zeit. Für eine mögliche Priorisierung ist die Bundesnetzagentur als verantwortliche Behörde zuständig. Als regionaler Verteilnetzbetreiber wird „Enervie Vernetzt“ letztlich Maßnahmen durch den vorgelagerten Netzbetreiber – in diesem Fall die Firma Westnetz mit Sitz in Dortmund – vorgegeben. Wir sind hier letztlich nur das (im Fall der Fälle) ausführende Organ.

Unternehmen, die einen großen Energiebedarf haben, zum Beispiel in der Aluminiumschmelze, sorgen sich darum, dass sie ohne eine ausreichende Gasversorgung ihren Betrieb nicht aufrecht erhalten können. Sind diese Sorgen berechtigt?
Wir können nicht im Namen der einzelnen Industriekunden sprechen, da wir die individuellen, unternehmensinternen Abläufe nicht kennen. „Enervie Vernetzt“ informiert im Fall von möglichen Eingriffen in die Gasversorgung die Unternehmen unverzüglich im Rahmen einer definierten Vorwarnzeit und gibt dann auch Details zu einer möglichen Reduzierung oder Abschaltung von Gaslieferungen weiter.

Müssen sich Privathaushalte auch Sorgen machen oder ist die Gasversorgung erst einmal gut gesichert für sie?
Privathaushalte zählen zu der Gruppe der „besonders geschützten Kunden“ – genau wie soziale Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser. Sie wären daher von Maßnahmen zur Einschränkung der Gasversorgung erst zu allerletzt betroffen.

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