Enervie auf gutem Kurs: Kredite jetzt wieder zum Normalzins

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Die Stadtwerke Altena profitieren von dem guten Kurs Enervies.

Altena - Einen „Restrukturierungsrahmenvertrag“ schloss die Enervie mit 30 Banken, als sie 2015 in finanzielle Schieflage geriet. Als Ausgleich für die Hilfe in akuter Not verlangten die Kreditgeber allerdings Zinsen, die über dem damals üblichen Niveau lagen. Damit ist seit Dienstag Schluss.

Der Vertrag sei einvernehmlich beendet worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Enervie verfüge jetzt über eine marktaktuelle Unternehmensfinanzierung mit deutlich günstigeren Konditionen. 

Pressesprecher Uwe Reuther wörtlich: „Dies eröffnet neuen Handlungsspielraum für eine erfolgreiche Positionierung mit Produkten und Dienstleistungen“. Enervie will sich dabei als „Regionalwerk“ auf den Raum Südwestfalen konzentrieren. 

Positive Entwicklung für Altena

Für Altena ist diese Nachricht deshalb von Bedeutung, weil die Stadtwerke 4,4 Prozent der Enervie-Anteile halten. Das war bis 2014 für eine jährliche Dividende von 600.000 Euro gut und wirkte sich positiv auf die Gewinne der Stadtwerke aus, die zu 75 Prozent in den Bäderbetrieb fließen. 

Er deckt damit die Verluste des Frei- und Hallenbades ab. Wann Enervie wieder Gewinne ausschüttet, wollte gestern in der Hagener Unternehmenszentrale niemand sagen. Die Stadtwerke haben natürlich die positiven Signale längst vernommen. Sie gehen davon aus, dass es für das Geschäftsjahr 2019 wieder eine Dividende geben wird. 

Verschuldung reduziert

Das wird sich allerdings erst zwei Jahre später auf die Finanzierung des Bäderbetriebs auswirken. Reuter erklärt in der Pressemitteilung auch, wie es zu der unerwartet positiven Entwicklung kommen konnte: 

„Enervie hatte das Geschäftsjahr 2016 besser als prognostiziert mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 30,2 Mio. Euro und einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in Höhe von ca. 91 Mio. Euro abgeschlossen. Das Unternehmen konnte mit der Neufinanzierung die Verschuldung seit Beginn der Restrukturierung Mitte 2015 von rund 290 auf ca. 140 Mio. Euro reduzieren“. 

Weniger Aufwand und Kosten

Weil die Hauptversammlung am Montag beschloss, auch für 2016 keine Dividende auszuzahlen, kann die Eigenkapitalquote von 17,9 auf 21,3 Prozent erhöht werden. Die guten Zahlen für 2016 erstaunen auf den ersten Blick, weil der Umsatz von 850 auf 809 Mio. Euro sank. 

Hintergrund dafür seien in erster Linie Preissenkungen gewesen, hieß es am Mittwoch auf Anfrage. Gleichzeitig sei aber auch der Aufwand für den Materialbezug und vor allem für Personalkosten zurückgegangen. 

Positiv bewertet wird seitens des Unternehmens vor allem die Tatsache, dass wichtige Meilensteine des Restrukturierungsprogramms zum Teil deutlich vor dem vorgesehenen Zeitpunkt und mit größerem Ergebniseffekt umgesetzt wurden, wie Markus F. Schmidt erklärte. Er ist als Chief Restructing Officer für die Konsolidierung verantwortlich.

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