Strippen ziehen über der Lenne

Im Kleff ließ die Enervie Vernetzt neue Leiterseile an den Hochspannungsmasten auf dem Weg zum Umspannwerk anbringen. In schwindelnder Höhe bewegen sich mutige Industriekletterer auf den nächstgelegenen Masten.

Was am Kleff passiere, diene der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in der Burgstadt, fasste es Pressereferent Andreas Köster zusammen. Was hier aus Richtung Westen ankommt, ist ein Strom von ungeheurer Spannung: 110 000 Volt liegen auf den dicken Leitungen. Im Kleff wird diese Spannung dann auf 10 000 Volt für Nutzung durch Firmen und auf 400 Volt für Nutzung durch Haushalte heruntertransformiert.

Um eine Spannung von 110000 sicher zu transportieren, muss man schon zu einem großen Kaliber geifen, was das Kabel anbetrifft. Ein Stahlseil, das als sogenannter Träger dient, sorgt für die Zugfestigkeit auf langen Strecken. Der enorme Strom fließt durch einen Aluminiummantel von 18, 5 Millimetern Stärke. „Sowas trägt man nicht mal eben an der Uhrkette“, fasst Köster die Dimensionen und das daraus wachsende Gewicht zusammen.

 Die Fachleute an er Montagestelle rechnen überschlägig mit rund einem Kilogramm pro Meter. Bei den am Kleff verlegten Seilen sind es konkret 746 Kilogramm pro Kilometer. Die Kabelstrecken zwischen den einzelnen Masten können 700 bis 800 Meter lang sein. Insgesamt sechs dieser Leiterseile sind am Dienstag im Kleff erneuert worden, dazu kommt noch ein Lichtwellenleiter für die Informationsübertragung. Je drei Leiter auf einer bilden einen Versorgungsstrang, und es kann natürlich nur dort gearbeitet werden, wo der Strom abgeschaltet ist. Rote Fahnen am Boden zeigen die Gefahr auf jeder Seite an, die gerade noch aktiv ist. 

Die Isolatoren am Gebäude, die früher aus Keramik bestanden, wurden im Zuge dieser Arbeiten noch gegen solche aus Kunststoff ausgetauscht. Damit wäre man am Kleff wieder auf einem modernen Stand. Die Leiterseile sind auf eine Lebensdauer von etwa 50 Jahren ausgelegt, die Masten dagegen sollten 100 Jahre halten – sie tragen also zwei Generationen von Seilen, erläutert Enervie-Sprecher Andreas Köster.

 Zurück zum Kleff: Die aktuell verlegten Leitungen bilden die sogenannte Nord-Süd-Trasse. Sie reicht von der Leitwarte in Hagen-Garenfeld bis nach Elverlingsen und wurde im Jahr 1960 gebaut. Am Hallenscheid geht von dieser Leitung ein Abzweig in Richtung Altena. Zum Thema Versorgungsstabilität hat der Enervie-Sprecher im Übrigen eine interessante Zahl zum Stromnetz in Deutschland parat: Es gebe – in einem Jahr – nur eine Ausfallzeit von gut zwölf Minuten.

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