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Auch in Altena wird‘s diesen Winter dunkel

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Von: Jona Wiechowski

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„Glanzlicht“ 2021 auf Burg Altena - mit bunten Farben und erstmals auch einer Videoprojektion.
„Glanzlichter“ haben während der Pandemie vielen Menschen Freunde bereitet. Im Advent 2022 wird darauf verzichtet. © Stephan Sensen/MK

Energie ist zurzeit nicht nur extrem teuer, sondern könnte auch noch knapp werden. Mit einer neuen Energiesparverordnung will die Regierung den Verbrauch drücken. Ab sofort hat das deutlich sichtbare Auswirkungen in der Burgstadt. Denn vielerorts bleibt es dunkel.

Altena – Davon betroffen ist auch das Wahrzeichen der Stadt. Nach Informationen des Kreises bleibt das „Schmuck-Licht“ seit dieser Woche aus. Am vergangenen Wochenende wurde die Burg noch angestrahlt. „Hintergrund ist ein technisches Detail“, wie Kreis-Pressesprecher Alexander Bange auf Nachfrage erklärt. Denn die Außenbeleuchtung war an die Burghofbeleuchtung gekoppelt. Die Entkopplung erfolgte in dieser Woche.

Im Burghof bleibt das Licht an

Komplett duster bleibt es trotzdem nicht. „Da die Burghöfe der Burg Altena im Winterhalbjahr auch außerhalb der Tageslichtzeiten geöffnet sind, ist insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit ein Mindestmaß an Beleuchtung zu gewährleisten“, erklärt Bange. Zunächst war noch unklar, ob das auch für die durchgehend geöffneten Wege rund um die Burg Altena gilt. Seit Freitag ist klar: Hier bleibt es dunkel. „Der Märkische Kreis bittet in diesem Zusammenhang um erhöhte Vorsicht, sollten die Wege rund um die Burg in der Dunkelheit genutzt werden.“

Dass die schmucke Beleuchtung der Burg Altena in diesem Herbst und Winter aus bleiben würde, ist schon länger bekannt. Denn es soll eine neue Außenbeleuchtung verbaut werden – unverändert, auch während der aktuellen Energiekrise. „Der Einbau ist im geplanten Umfang vorgesehen“, erklärt Bange. „2022/23 wird eine neue energiesparende LED-Beleuchtung mit Fördermitteln des Landes installiert.“ Das Lichtkonzept werde von einem Lichtstudio entwickelt. Die Technik der projektierten neuen Außenbeleuchtung werde wesentlich energieeffizienter, da sie ausschließlich LED-Lampen verwende. „Die Bauarbeiten für deren Installation beginnen voraussichtlich im September und können dieses Jahr nicht mehr vollendet werden.“

Am Kreisarchiv bleibt das Licht aus

Vor wenigen Wochen konnte das neue Kreisarchiv eingeweiht werden, das mit auffälliger Architektur hoch über der Burgstadt thront. Auch hier war eine Außenbeleuchtung geplant, um das für rund sechs Millionen Euro gebaute Gebäude in Szene zu setzen. Doch daraus wird vorerst nichts. Hintergrund auch hier: Die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung der Bundesregierung.

Auf Nachfrage unterstreicht Bange: „Für das Thema Energiesparen ist der Märkische Kreis seit Jahren sensibilisiert.“ Im Rahmen eines Energie-Contractings und aufgrund der sich zuspitzenden Energiekrise würden auch in der Kreisverwaltung derzeit weitere Energieeinsparpotenziale in den Liegenschaften diskutiert.

Sparkasse dreht Heizung runter

Dunkel bleibt erst einmal auch das Hauptgebäude der Sparkasse am Markaner. Denn auch die Bank setzt die neue Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung um. „Erstens, um die Anordnung zu erfüllen, zweitens, um unseren Beitrag zu leisten“, sagt Vorstandsvorsitzender Kai Hagen. Seit dem 1. September verzichtet die Bank unter anderem auf die Außenbeleuchtung an den Sparkassengebäuden. Auch die Beleuchtung der prägnanten Schriftzüge wird ausgeschaltet. Auch Werbeanlagen bleiben in der Zeit von 22 Uhr bis 16 Uhr des Folgetags aus, wie es von der Sparkasse auf Nachfrage hieß. Darüber hinaus würden die Raumtemperatur auf 19 Grad Celsius begrenzt und Durchlauferhitzer in Handwaschbecken abgeschaltet.

Drahtbäume werden nicht illuminiert

Auch die Burg Holtzbrinck, die gute Stube der Stadt, wird nicht mehr länger angestrahlt. Das erklärte Tanja Jäker, bei der Stadt zuständig für das Gebäudemanagement, auf Nachfrage der Redaktion. Davon ausgenommen sind die Lichter, die für die Verkehrssicherungspflicht notwendig sind.

Dunkel bleiben werden vorerst auch die auffälligen Drahtbäume entlang der Lennepromenade, die sonst immer hell angestrahlt worden waren. Beleuchtung für die Verkehrssicherung, wie etwa Stufen, würde auch hier weiterhin an bleiben.

Vielfach schon LED verbaut

Auf Stromsparen setze die Stadt Altena schon länger. In den meisten Gebäuden, wie zum Beispiel in den Turnhallen, seien inzwischen LED-Leuchten verbaut, sagte Jäker. „Hier sind wir ganz gut unterwegs.“

Ein weiterer Punkt, der aus der neuen Energiesparverordnung hervorgeht, ist, dass öffentliche Gebäude nur noch bis maximal 19 Grad geheizt werden. Wie konkret das in den Gebäuden der Stadt Altena umgesetzt werden könne, würde derzeit geprüft, so Jäker.

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