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Energiekrise: Katholische Kirchengemeinde stellt Heizung ab

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Von: Jona Wiechowski

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Die Kirchen der katholischen Kirchengemeinde – wie hier St. Matthäus im vergangenen Jahr – sollen in diesem Jahr gar nicht mehr angestrahlt werden. Ob es Ausnahmen gibt, wie beispielsweise am „Tag gegen Gewalt an Frauen“ (Bild), ist Stand jetzt noch nicht klar.
Die Kirchen der katholischen Kirchengemeinde – wie hier St. Matthäus im vergangenen Jahr – sollen in diesem Jahr gar nicht mehr angestrahlt werden. Ob es Ausnahmen gibt, wie beispielsweise am „Tag gegen Gewalt an Frauen“ (Bild), ist Stand jetzt noch nicht klar. © Birke, Maximilian

Die Katholische Kirchengemeinde spart Energie – und das konsequent. Worauf sich Gemeindemitglieder einstellen müssen, erklärt Pfarrbeauftragte Sandra Schnell.

Altena – Die Kirchen St. Theresia in Evingsen und St. Josef in Nachrodt werden diesen Winter gar nicht geheizt. Warm – beziehungsweise geheizt auf um die zwölf Grad Celsius – bleibt nur die „Hauptkirche“ St. Matthäus. Das erklärte Pfarrbeauftragte Sandra Schnell auf Nachfrage der Redaktion. Auch die anderen Kirchengemeinden in der Burgstadt sparen Energie.

Besuchern der katholischen Kirchen stehen kühle Zeiten bevor. Denn auch ohne Heizung sollen in Evingsen und Nachrodt weiterhin Gottesdienste stattfinden – gut eingepackt in Jacken und Decken. „Mal gucken, wie kalt es wird“, sagt Schnell. Erfahrungswerte gebe es bisher nicht. Sorgen um beispielsweise die Orgel mache sie sich nicht: Eine kalte, dafür aber konstante Temperatur sei sogar besser, als die Heizung ständig an- und auszuschalten. Ein bisschen angewärmt werden soll die Kirche St. Matthäus – auf zwölf, 13 Grad.

Neben der Kirche in Evingsen wird auch das angrenzende Pfarrheim nicht mehr geheizt. Das gilt auch für das Vereinsheim an der Kirche St. Josef in Nachrodt. Die Gruppen der Nachbargemeinde kämen in der Zeit nach St. Matthäus, so Schnell. In Evingsen betreffe die Nicht-Heizen-Maßnahme eine Gruppe, die in den kalten Monaten dann auf Treffen verzichten wolle.

Auf 16 Grad beheizt bleiben soll das Pfarrheim in St. Matthäus; bei Veranstaltungen soll die Temperatur um drei Grad erhöht werden. Diesen Raum wolle die Kirchengemeinde auch als sogenannte „Wärmeinsel“ zur Verfügung stellen, wenn sich Menschen aufwärmen wollten. Wie genau das ablaufen könnte, steht bisher allerdings noch nicht fest. Doch auch in diesen Räumlichkeiten gibt es Einschränkungen: Flure beispielsweise oder Toiletten würden nicht beheizt, sondern nur die Bereiche, in denen sich Menschen länger aufhalten würden.

Ein weiterer Punkt in Sachen Energiesparen: „Unsere Kirchen werden nicht mehr angestrahlt“, sagt Schnell. Das war in den Vorjahren stets der Fall gewesen. Nur die Wegebeleuchtung soll bis 22 Uhr bestehen bleiben, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Ob es Ausnahmen gibt, stehe bisher noch nicht fest – vorstellbar wären die beispielsweise zum „Tag gegen Gewalt an Frauen“ oder zu Weihnachten. Die Leuchtmittel sollen – soweit es geht und soweit noch nicht geschehen – gegen energiesparende LED-Leuchten ausgetauscht werden. Aber: „Soviele Stromfresser haben wir nicht mehr.“

Zuvor hatte bereits die Evangelische Kirchengemeinde Altena angekündigt, möglicherweise ganz auf das Heizen der Lutherkirche zu verzichten – mit Ausnahmen vielleicht an Weihnachten und Heiligabend. Festgezurrt war das zunächst noch nicht. Feststand allerdings schon, dass die Außenbeleuchtung der Lutherkirche früher ausgeschaltet werden soll. Ferner gebe es auch keine Lichtaktion in der Adventszeit.

Über weitere Maßnahmen werde „dynamisch beraten und entschieden“, sagte Carsten Menzel aus dem Presbyterium. Überlegungen gebe es auch zu einer „Winter-Kirche“ – sprich, dass die Gottesdienste im großen Saal des Lutherhauses stattfinden. Menzel: „Das wäre für die Gemeinde auch nicht völlig neu. Während der Brandsanierung der Lutherkirche war das die übliche Praxis.“

Ähnlich ist es auch in der Kirchengemeinde Dahle und Evingsen. „Unsere Kirchen werden geringer geheizt werden als in den Vorjahren, aber wir werden sie auch im Winter an den Sonntagen und für Veranstaltungen wie die ,Churchnight’ am Reformationstag in Dahle, aber auch für Beerdigungen nutzen“, sagte Pfarrer Uwe Krause kürzlich. Auch die Kirchenbeleuchtung, die sonst immer zum 1. November gestartet war, würde in diesem Jahr stark eingeschränkt werden.

Die Gemeindehäuser würden bereits gemäß Nutzung geheizt und auch hier würde man sich der Temperaturregelung für öffentliche Gebäude anschließen – und nicht über 19 Grad Celsius heizen. Und: „Der intensiv genutzte Gemeindesaal in Evingsen und die Kindergärten haben wir großteils auf LED-Lampen umgerüstet“, so Krause, der bereits vor einigen Wochen darauf hinwies, dass die Regelungen möglicherweise Ende Oktober noch weiter angepasst werden müssten. Denn: „Wer weiß, was da noch auf uns zukommt?“

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