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„Interesse an Feuerwerk sehr groß“: So bereitet sich die Burgstadt auf den Jahreswechsel vor

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Von: Jona Wiechowski

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Unter anderem in den Discountern Aldi und Lidl gibt – beziehungsweise gab – es in der Burgstadt ein großes Angebot an Feuerwerken. Während die Regale am Morgen (li., Aldi) noch voll waren, waren einige Fächer schon am Nachmittag des ersten Verkaufstages, am Donnerstag, 29. Dezember, leergekauft (re., Lidl).
Während die Regale am Morgen noch voll waren, waren einige Fächer schon am Nachmittag des ersten Verkaufstages, am Donnerstag, 29. Dezember, leergekauft. © WIECHOWSKI

Der Jahreswechsel steht bevor. Und nach zwei Jahren Corona-Pause kann wieder so richtig gefeiert werden. Ist der Nachholbedarf deshalb besonders groß? Wir haben uns umgehört. So sind Feuerwehr, Polizei und Co. vorbereitet.

Altena – Für viele gehören Raketen, Batterien und Tischfeuerwerke zum Jahreswechsel einfach dazu. Beste Anlaufstelle sind in diesem Jahr die Discounter, denn auch Edeka Enste hat beispielsweise kein Feuerwerk im Angebot.

Discounter

Dafür ist die Auswahl bei den anderen Händlern groß: Bei Aldi gibt’s Feuerwerke ab 2,49 Euro, dazu verschiedene Sets, Wunderkerzen und mehr. Die preisliche Spitze ist hier mit einem 50 Euro teuren 152-Schuss-Systemfeuerwerk erreicht, das immerhin für 130 Sekunden in einer Höhe von 45 bis 90 Meter für Programm sorgen soll. „Aldi Nord richtet sein Angebot grundsätzlich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden aus“, berichtet Maximilian Morlock aus der Abteilung Communications Deutschland bei Aldi auf Nachfrage. „Die Erfahrung zeigt, dass das Interesse an Feuerwerk zu Silvester sehr groß ist.“ Aus diesem Grund biete Aldi Nord verschiedene Produkte für das Silvester-Feuerwerk an. Ob der Discounter davon ausgeht, dass die Nachfrage in diesem Jahr höher ist und deswegen entsprechend mehr Ware bestellt hat, ließ Aldi „aus Wettbewerbsgründen“ unbeantwortet und bat um Verständnis.

Unter anderem in den Discountern Aldi und Lidl gibt – beziehungsweise gab – es in der Burgstadt ein großes Angebot an Feuerwerken. Während die Regale am Morgen (li., Aldi) noch voll waren, waren einige Fächer schon am Nachmittag des ersten Verkaufstages, am Donnerstag, 29. Dezember, leergekauft (re., Lidl).
Unter anderem in den Discountern Aldi und Lidl gibt – beziehungsweise gab – es in der Burgstadt ein großes Angebot an Feuerwerken. © WIECHOWSKI

Auch die Konkurrenz hat farbenfrohes Feuerwerk in vielen Preisklassen im Angebot – bei Lidl beispielsweise angefangen bei Wunderkerzen bis hin zu kostspieligen Batterien. Lidl-Pressesprecherin Isabel Ehrhardt berichtet auf Nachfrage: „Grundsätzlich wird unser Feuerwerks- und Silvesterangebot sehr gut von unseren Kunden angenommen.“ Auch in Altena war das schon am ersten Verkaufstag überdeutlich zu sehen: Am frühen Nachmittag waren die ersten Feuerwerk-Sets vergriffen, Regale teilweise leer. Auch Lidl hielt sich auf Nachfrage mit konkreteren Angaben zu Kaufverhalten und Verkaufsmengen allerdings zurück.

Gastronomie

Feiern geht zuhause, aber natürlich auch in Restaurants oder Kneipen. „Mich haben schon viele gefragt, ob ich an Silvester aufmache“, sagt Dimi Apostolidis, Inhaber der Kultkneipe Café Ko und bejaht diese Frage ausdrücklich. Der Wirt berichtet von einem guten Interesse. Gefeiert werden könne ab abends – und dann bis ins neue Jahr. Er ist guter Dinge, dass die Resonanz gut sein werde. Schon gut eine Woche vorher, am 23. Dezember beim Ehemaligen-Treff, der nach langer Pause wieder stattfinden konnte, sei es rappelvoll gewesen. „Viele alte Bekannte sind gekommen“, erzählt er.

„Wir haben an Silvester ganz normal offen“, berichtet auch Martina Zöller vom Lennekai. Auch hier kann reingefeiert werden ins neue Jahr. Ein besonderes Programm wird es allerdings nicht geben – beziehungsweise erst später. Wie berichtet, findet am Lennekai am ersten Tag im neuen Jahr ab 13 Uhr das Neujahrsschwimmen mit Original-Lennewasser statt. Mitmachen kann jeder, der sich traut. Für Umkleiden und Duschen ist gesorgt, ebenso wie für Verpflegung und Live-Musik.

Taxis

Wer auswärts gefeiert hat und mit dem einen oder anderen Sekt auf das neue Jahr angestoßen hat, der möchte irgendwann auch nach Hause kommen – eine gute Möglichkeit ist da das Taxi. Schon jetzt gibt es für den Neujahrsmorgen ab 0.30 bei Taxi Katja ordentlich Vorbestellungen, berichtet Inhaberin Raffaella Colonna auf Nachfrage. Und sie geht davon aus: „Da wird noch was dazukommen.“ Auch in den ersten Stunden des neuen Jahres könne man natürlich noch ein Taxi rufen, müsse dann aber Wartezeiten einrechnen. „Wir sind mit allen fünf Fahrzeugen im Einsatz.“ Die meisten Fahrten seien von privat zu privat, wie auch schon in den vergangenen beiden (Corona-) Jahren, die aber trotzdem ganz gut gewesen seien. Nun kämen noch die Kneipen und Restaurants hinzu, in denen wieder gefeiert werden könne.

Feuerwehr

Wunderkerze brennt an Silvester
Ob mit Wunderkerzen (im Bild), oder wieder mit Feuerwerk: In diesem Jahr ist Silvester wieder „alles möglich“. Zahlreiche Altenaer haben das genutzt und sich in den Läden mit Feuerwerken eingedeckt. Foto: DPA © Karl-Josef Hildenbrand

Altena hat eine hauptamtliche Wache, die 24 Stunden besetzt ist und auch die einzelnen Löschgruppen seien immer einsatzbereit – natürlich auch zum Jahreswechsel, berichtet Feuerwehr-Chef Alexander Grass im Gespräch mit der Redaktion. Seine Hoffnung ist, dass es auch bei diesem Jahreswechsel ruhig bleibt. „Mein Empfinden ist, dass es weniger wird mit der Knallerei.“ In den Vorjahren habe es in der Silversternacht immer mal Einsätze gegeben, wie brennende Papiercontainer. Auch das könne diesmal nicht ausgeschlossen werden.

Polizei

Feiern zum Jahreswechsel bieten auch immer Eskalationspotenzial. Natürlich ist die Polizei im Einsatz. Wie viele Polizeibeamte in Altena genau arbeiten, gibt die Polizei traditionell nicht bekannt. Sichergestellt ist aber, dass rund um die Uhr mindestens ein Wagen zur Verfügung steht. Je nach Anlass wird die Stärke erhöht – so wird es auch zum Jahreswechsel sein. „Wir haben uns vorbereitet“, erklärt Thomas Eckern, Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz bei der Kreispolizeibehörde im Märkischen Kreis. „Wir hoffen auf einen ruhigen Jahreswechsel“, sagt er. Die Polizei werde Präsenz zeigen und vertraue auf die Vernunft der Bürger.

Bürgermeister

Altenas Bürgermeister Uwe Kober ist für einen ruhigen Jahreswechsel: „Feiern und böllern ja, aber wenn möglich in einem eingeschränkten Rahmen, am besten einfach ohne Feuerwerk“, sagt er. Es gebe immer wieder Verletzte und Rettungsdienste und Krankenhäuser hätten schon genug zu tun.

Michael Joithe, Bürgermeister von Altenas Nachbarstadt Iserlohn, hatte bereits kurz nach Weihnachten erklärt: „Die vergangenen beiden Jahre, in denen es keine Feuerwerkskörper zu kaufen gab und das Abbrennen teils verboten war, haben gezeigt, dass es grundsätzlich auch ohne gehen kann.“ Und weiter: „Wenn wir uns alle ein wenig zurückhalten, leisten wir gemeinsam etwas für den Umwelt-, Tier- und Lärmschutz.“

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