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Endlich wieder Praktika für Schüler - doch in zwei Branchen gibt‘s kaum Stellen

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Praktikum Stadtbücherei Kierspe
Durch die Corona-Pandemie gab es lange Zeit sehr wenige Praktikumsstellen. Nun sieht es wieder besser aus. © Negel-Täuber, Birgitta

Es war eine lange Durststrecke: Viele Schüler mussten aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise auf Einblicke in den Berufsalltag verzichten. Nun haben sie wieder bessere Chancen, einen Praktikumsplatz zu finden. Nur in zwei Branchen gibt es wenige Angebote.

Altena – Hautnah erleben, wie aus einem Stück Draht eine Schraube entsteht. Ausprobieren, ob man sich mit einer Schar Kinder länger als einen Tag beschäftigen mag. Schauen, was in den Büros eines Großhändlers passiert: Mit einem Praktikum können Jugendliche Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen und Erfahrungen für die Berufswahl sammeln. Zwei Jahre lang erschwerte oder verhinderte die Corona-Pandemie diese wichtigen Wochen der Berufsorientierung auch für die Altenaer Schüler. In diesem Jahr soll es wieder annähernd normal klappen.

An der Sekundarschule startet der neunte Jahrgang am 14. März in die dreiwöchige Praxisphase. „Wir sind frohen Mutes, dass alle etwas finden“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Reinecke-Bartelt. Einige haben bereits etwas, andere suchen noch. Ob alle 80 Jugendlichen ihr Wunsch-Praktikum finden, ist allerdings nicht sicher. „Wir haben Firmen, die Plätze anbieten, weil sie um den Nachwuchs werben und ihn brauchen“, erklärt Reinecke-Bartelt, „daneben gibt es Bereiche, die gerade nicht gehen.“ In der Pflege oder einigen Kitas beispielsweise ist es aktuell schwierig, einen Praktikumsplatz zu finden.

Sekundarschule: Viele geimpfte und wenige infizierte Schüler

Drei Wochen fest in einem Betrieb mit regelmäßiger Corona-Testung sieht die Schulleiterin – wie etliche Arbeitgeber – jedoch als kein großes Problem an. Anders als die eintägigen Berufsfelderkundungstage, die für die achten Klassen vom 5. bis 7. April anstehen. „Viele unserer Schüler sind auch schon mehrfach geimpft. Wir haben aktuell sehr, sehr wenige Infizierte an der Schule“, kann sie beruhigen.

In den vergangenen Jahren war alles noch etwas schwieriger. Frühjahrspraktika für die Neuntklässler mussten größtenteils abgebrochen werden. „Da wir aber auch im Jahrgang 10 ein Praktikum machen, konnten alle betroffenen Jugendlichen doch noch Erfahrungen sammeln. Im November hat es geklappt.“ Da hätten alle einen Platz gehabt, keiner musste abbrechen. „Einige haben dadurch eine Lehrstelle gefunden“, freut sich Reinecke-Bartelt.

Viele Schüler suchen parallel Praktikumsplätze

Knapp könnten die Praktikumsstellen vor den Osterferien aber doch werden, denn auch das Burggymnasium ist in diesen Zeitraum gerutscht, um allen Schülern einen Einblick in die Berufswelt zu ermöglichen. Das zweiwöchige Praktikum der Stufe Q1 fand direkt nach den Weihnachtsferien statt, für die Einführungsstufe wurde es auf den Zeitraum vom 28. März bis 8. April verschoben.

„Die Suche läuft bereits“, erklärt Koordinatorin Kira Erlenkötter, „viele Schüler und Schülerinnen haben Betriebe kontaktiert, eine Verlegung des Praktikums war zum Teil möglich.“ Ob alle Jugendlichen einen Platz finden, sei aber noch unklar – wegen der Überschneidungen mit anderen Schulen und wegen der Unklarheiten der Pandemie.

Nicht immer den Wunsch-Platz gefunden

Erlenkötter ist allen Unternehmen dankbar, dass das mit dem Praktikum der Q1 geklappt hat: „Durch zum Teil kurzfristige Änderungen in den Coronarichtlinien war lange Zeit nicht klar, ob es wie gewohnt stattfinden kann. Beispielsweise waren in einigen Betrieben die Mitarbeitenden noch oder erneut im Homeoffice und konnten daher keine Schülerpraktikanten vor Ort betreuen. Auch die Sorge vor Ansteckungen schwang bei einigen verständlicherweise mit.“

Gemeinsam mit den ortsansässigen, aber auch weiter entfernten Betrieben sei es aber trotz einiger kurzfristiger Absagen gelungen, dass bis auf zehn Jugendliche alle einen Platz finden konnten – wenn auch nicht immer den gewünschten. So mussten bei der Polizei die Praktikanten wegen steigender Inzidenzen außen vor bleiben.

Praktika an der Charité und im Ausland

Eine Schülerin absolvierte ihr Praktikum sogar an der Charité in Berlin, zwei weitere Schüler machten Auslandspraktika in Luxemburg und in den USA. Aber auch die Jugendlichen, die leer ausgegangen waren, mussten nicht auf Berufsinfos verzichten, erklärt Erlenkötter: „Durch das Engagement ehemaliger Schüler, aber auch einzelner Betriebe konnte ein schulisches Ersatzprogramm angeboten werden, sodass auch sie Einblicke in verschiedene Berufe erlangen konnten.“

Beide Schulen freuen sich über das Angebot weiterer Praktikumsplätze. Betriebe können sich an die Schulen wenden – per E-Mail an altena@sekundarschule-anw.de (Sekundarschule) oder tassidis@burggymnasium-altena.de sowie erlenkoetter@burggymnasium-altena.de (Burggymnasium).

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