Werksverkauf bei Itex in Altena:

Endlich viele Gäste im Haus

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Bequemer ging es nicht: Das Team der Firma Hübenthal hatte jede Menge Kisten für die Schnäppchenjäger bereitgestellt. Sofern ein Produkt im Verkaufsraum vergriffen war, wurde nachgelegt, solange der Vorrat reichte

Altena - Hübenthal-Produkte kommen ganz selten ab Werk in den freien Verkauf, denn Hauptabnehmer der Textilprodukte sind Industrie- und Technikbetriebe. Schwer begeistert waren deshalb die Besucher des ersten Werksverkaufs der Firma Itex in der Ihmerter Straße. Noch vor Toröffnung standen die Kunden Schlange.

Das lag auch an den unschlagbaren Preisen, die Alexander und Daniel Hübenthal für die Tücher ausgerufen hatten. Verkauft wurde das Kilo für 50 Cent. „Die Leute müssen halt dafür ein bisschen wühlen“, erklärte Alexander Hübenthal schmunzelnd. Kistenweise hatte die Belegschaft Lagerbestände ins Erdgeschoss geschafft, darunter begehrte Viskose- und Zellstofftücher und jede Menge Lappen in Eimern, die insbesondere bei Heimwerkern reißenden Absatz fanden. „Was heute über die Waage geht, sind Sachen, über die wir seit Jahren stolpern, wenn wir in den Keller und auf den Dachboden gehen.

Einweghandtücher und vorgeschnittene Vliesstoffe zum Schnäppchenpreis fanden ganz schnell Käufer in Evingsen.

Mein Bruder und ich hatten deshalb die Idee, diese Sachen zum günstigen Preis einfach mal abzuverkaufen. So schaffen wir Platz, sparen Entsorgungskosten und ganz offenbar machen wir ja mit dieser Idee viele Leute glücklich“, schilderte Alexander Hübenthal lachend. Tatsächlich war in manchem Auto kaum noch Platz für ein einzelnes Einweghandtuch, nachdem die Schnäppchenjäger zugeschlagen hatten. Durchs Sortiment stöberten sparsame Hausfrauen, Hobbyschrauber, pflegende Angehörige und junge Paare, die ihre erste Wohnung renovieren wollten und günstiges Malervlies shoppten.

Abgepackte Rohstoffe

Verkauft wurden abgepackte Rohstoffe in Folienpaketen, in dicken Rollen und Einzelstücke in Kisten. „Wir können noch nachlegen und auch noch ein, zwei Mal einen Werksverkauf anbieten“, resümierte Alexander Hübenthal, der viel Spaß an diesem Sonderverkauf hatte. „Vor Ort haben wir ja fast nie Kontakt zum Endkunden, jetzt haben wir endlich mal ganz viele Gäste im Haus!“ Verkauf ab Werk, das weiß der Unternehmer, ist selten geworden. In der Region sticht in Sundern noch „Die Fabrik“ hervor: Der große Haushaltsgerätehersteller für namhafte Marken wie Severin macht aus seinem Werksverkauf ein Shopping-Erlebnis, das nicht nur mit günstigen Preisen lockt, sondern auch mit Events wie Kochkursen, Late-Night-Shopping und verkaufsoffenen Sonntagen.

Auch Meterware auf dicken Rollen fand reißenden Absatz beim Werksverkauf. An der Kasse wurde nach Gewicht gezahlt. Das Kilo ging für 50 Cent über die Theke.

Die Homepage www.werksverkauf-sauerland.de bietet eine gebündelte Übersicht von Angeboten in der Region. Gelistet sind im Kreisgebiet vorwiegend landwirtschaftliche Betriebe mit Hofläden und auch die Waldstadtbrauerei Iserlohn bietet ihren Gästen an, vergünstigtes Bier ab Werk mitzunehmen. Töpfe ab Werk bietet die Firma Pus-Guss Metallwaren am Schöntaler Weg in Neuenrade. Ein beliebtes Ziel ist auch der Wursthersteller Metten in Finnentrop. In Altena sieht es eher mau aus: Keine Drahtzieherei kann dem Endverbraucher fünf Meter Draht für den Hausgebrauch anbieten und selbst bei Nedschroef in der Westiger Straße kann niemand anhalten und zehn Schrauben kaufen: „Wir stellen zwar Millionen Schrauben her, aber keine einzige davon ist für den häuslichen Bereich geeignet“, ist im dortigen Verkauf zu erfahren.

Für den Hausgebrauch

 „Unsere Produkte sind einfach zu speziell, als dass man damit einen Werksverkauf machen könnte. Sie gehen in großen Chargen an die Industrie“. Tatsächlich verhält sich das auch bei vielen Itex-Produkten so und Alexander Hübenthal erklärt das an einem einfachen Beispiel: „Schauen Sie, dieses Gewebe hat jede Mutter eines Kleinkindes zuhause. Daraus werden die Baby-Feuchttücher gemacht. Firmen wie Procter & Gamble kaufen so etwas ein, veredeln es mit den pflegenden und reinigenden Ölen und der Endkunde findet es dann im Pampers-Regal im Supermarkt. Zwischen Evingsen und dem fertigen Produkt liegen immer noch ein paar Werke...“

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