Empörung über die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten

Das kennt man längst in Altena: Die Anlieger der Innenstadt haben gelernt, mit Hochwassern zu leben. Der Sinn einer neuen Verordnung der Bezirksregierung leuchtet ihnen nicht ein.
+
Das kennt man längst in Altena: Die Anlieger der Innenstadt haben gelernt, mit Hochwassern zu leben. Der Sinn einer neuen Verordnung der Bezirksregierung leuchtet ihnen nicht ein.

Auf geharnischte Post aus dem Altenaer Rathaus muss sich die Bezirksregierung gefasst machen. „Die haben einfach nicht nachgedacht“ – so lautet Roland Balkenhols Meinung über die Festlegung neuer Überschwemmungsgebiete im Lenne- und im Rahmedetal.

Altena – Das stehe nicht nur im Widerspruch zum derzeitigen Bau- und Planungsrecht, sondern sei sogar „ein enteignungsgleicher Eingriff“, der Regressansprüche betroffener Grundstückseigentümer nach sich ziehen könne, meint der Abteilungsleiter Bauen der Stadtverwaltung.

Grundlage für die Ausweisung der Überschwemmungsgebiete sei das 100-jährliche Hochwasser, mit dem ohnehin nicht zu rechnen sei, solange die Biggetalsperre ihre Funktion im Hochwasserschutz erfülle, sagte Balkenhol und wies auch darauf hin, dass Hausbesitzer in hochwassergefährdeten Bereichen ohnehin alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hätten, um ihr Eigentum bestmöglich zu schützen.

Beispiel Werdohler Straße

Beispiel Werdohler Straße: Dort gibt es eine Schutzmauer zwischen der Lenne und den denkmalgeschützten Arbeiterhäusern. Trotzdem weist die Bezirksregierung diesen Bereich als Überschwemmungsgebiet aus. „Damit sind die Grundstückseigentümer selbst beim Neubau eines Gartenhauses vom Goodwill der Wasserbehörden abhängig“, zeigt Balkenhol mögliche Konsequenzen auf.

Lege man die für die Lenne zugrunde gelegten Maßstäbe an den Rhein an, „dann müsste die halbe Kölner Altstadt als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen werden“, sagte der Stadtplaner dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr – „den Aufschrei will ich hören“.

600 Firmen betroffen

Vor allem in der Rahmede, für die erstmals Überschwemmungsbereiche ausgewiesen werden sollen, sei auch eine ganze Reihe von Firmen betroffen, erklärte Balkenhol und erhielt umgehend Schützenhilfe von Claus Hegewaldt von der SIHK: Die Kammer habe ermittelt, dass rund 600 Firmen im Lennetal und seinen Seitentälern von der Planung betroffen seien und melde deshalb erhebliche Bedenken an.

Als in der Rahmede gewählter Ratsherr kennt sich Dennis Montag dort gut aus. „Ich halte die Festsetzung der Gebiete für den völlig falschen Ansatz“, sagte er. Stattdessen müsse durch bauliche Maßnahmen für mehr Hochwasserschutz gesorgt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare