Emotionaler Auftritt an Altenas Altenheimen

Das Blasorchester Altena spielt vor dem Fritz-Berg-Haus
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Das Blasorchester Altena spielt vor dem Fritz-Berg-Haus

Es war ein Auftritt voller Emotionen für Senioren und Musiker: Die Weihnachtsständchen vor den Altenheimen berührten in diesem Jahr alle besonders. Aus zwei Gründen.

Altena – Es war ein Auftritt voller Emotionen. Am Heiligabend traf sich das Blasorchester, um das traditionelle Weihnachtsständchen bei den Altenaer Pflegeheimen zu spielen.

Das Altenaer Ordnungsamt hatte den Musikern eine Sondergenehmigung gegeben. Unter gewissen Sicherheitsauflagen durfte das Orchester auf dem Vorplatz des Ellen-Scheuner- und des Fritz-Berg-Hauses spielen.

Blasinstrumente tragen Mundschutz

„Auf den Wegen tragen wir Maske, wir halten Abstand und auch unsere Instrumente tragen Maske“, erklärte der Vorsitzende Tobias Werning. Die Öffnungen der Blasinstrumente waren mit Stoff abgedeckt um die Aerosole, die bei Blasmusik auftreten, zu verringern. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.  

Schnell öffneten sich die Wohnungstüren der Bewohner des Fritz-Berg-Hauses als die Musiker mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ ihr kleines Konzert begannen. „Damit hätten wir nicht gerechnet, dass das dieses Jahr klappt. Vielen Dank für dieses tolle Geschenk“, rief eine Frau vom Balkon.

Kleine Gespräche, große Freude

Die Bewohner genossen die kleine Auszeit vom Corona-Alltag in der Pflegeeinrichtung sichtlich. Zwischen den Stücken entstanden schnell kleinere Gespräche von Tür zu Tür. Manch ein Bewohner hatte schon lange keine persönlichen Kontakte mehr.

Hier gibt es ein Video vom Auftritt des Blasorchesters

Besonders gilt das für die Bewohner im Ellen-Scheuner-Haus, wo es seit mehreren Wochen zahlreiche Corona-Fälle gibt. Das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises hatte für die Einrichtung zunächst ein komplettes Besuchsverbot verhängt. Über Weihnachten durften nur ganz wenige Bewohner Besuch empfangen.

Tod des Dirigenten: „Das Gefühl ist ein anderes ohne ihn“

Doch auch für die Mitglieder des Blasorchesters war es ein ganz besonderer Auftritt. Es war das erste Konzert ohne den Dirigenten Thorsten Goslar, der im Oktober starb. „Es ist schon anders. Wir kennen es natürlich, dass auch mal jemand anderes vorne steht. Es gab ja immer Urlaubs- und Krankheitsvertretungen. Aber das Gefühl ist ein anderes ohne ihn“, sagte Werning.

Patrick Verschueren hatte die Leitung am Donnerstag übernommen. „Es ist für uns ein emotionales Jahr. Der Tod unseres Dirigenten, Corona und die damit verbundene Ungewissheit“, sagte Werning.

Derzeit treffen sich die Musiker nicht zu den regelmäßigen Proben. Durch die coronabedingten Einschränkungen sei auch die Dirigentensuche ins Stocken geraten. „Noch haben wir keinen neuen gefunden. Man kann aber auch schlecht suchen, wenn man eh nicht spielen darf“, erklärte Werning.

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