Andromeda und Schwarzer Blitz

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Vorbereitungen zum nächsten Start. Die selbst gebauten Raketen waren, wie hier gut zu sehen, zum Teil mannshoch.

Altena - Die Autokennzeichen kamen von weit her: Fahrzeuge aus Gießen, Köln und Essen, Heinsberg, Hagen und Ahlen parkten am Samstag auf der Höhe bei Großendrescheid. Zum 11. Sauerländer Raketentag (SRT) waren Bastler mit sehr unterschiedlichen Modellen angereist - von der sehr großen Zigarre bis zu Raketen, die es mit der Größe eines ausgewachsenen Mannes aufnehmen konnten.

Die Koordinaten des Startplatzes waren der Einladung an die Raketenfreunde beigefügt: 51 Grad, 16 Minuten nördlicher Breite, 7 Grad 39 Minuten östlicher Länge. Dort befindet sich eine Weide des Hofes Spelsberg, deren frisches Gras nach Kräften geschont wurde. Über sich hatten die Bastler nur noch den unbegrenzten Himmel, der allerdings unsichtbare Grenzen hatte: Bis 2100 Meter über Grund galt die Tagesgenehmigung der Deutschen Flugsicherung und der Bezirksregierung Münster für den außergewöhnlichen Flugbetrieb, und tatsächlich kamen zur Mittagsstunde aus Münster zwei Mitarbeiter zur Kontrolle. Sie hatten erwartungsgemäß nichts zu beanstanden. Koordinator Dennis Petroll dokumentierte im Flugbuch die Flüge sorgfältig mit genauer Uhrzeit und den Namen der Raketen: Andromeda und Bee, Anna Lina, der Schwarze Blitz und viele andere hoben von den kleinen Startrampen ab, deren Stäbe die Raketen in der Startphase stabilisieren. Zwischen den Starts setzten die Raketenbauer ihre Modelle mit Fachwissen und viel Ruhe zusammen, montierten Treibsätze und verbargen die Spannung, die der Jungfernflug eines Modells trotz aller Routine mit sich bringt.

Nicht jeder Countdown endete mit einem Start: Zünder und Zündkabel konnten versagen, eine Zusatzrakete konnte sich lösen, schlimmstenfalls explodierte sogar ein

Mit Fallschirm zu Boden

kleines Triebwerk. Doch zumeist zischten die Raketen mit beeindruckender Beschleunigung und Geschwindigkeit in die Höhe, verschwanden vorübergehend in den Wolkenfetzen über der im Ganzen sonnigen Szenerie und schwebten an Fallschirmen wieder herunter. Die höchste erlaubte Flughöhe wurde dabei weit unterschritten: Der relativ starke Wind trieb die Raketenteile nach Osten. Größere Flughöhen hätten möglicherweise ihr dauerhaftes Verschwinden in den Wäldern der Rahmede zur Folge gehabt. Suchtrupps schwärmten ein ums andere Mal aus, um die Teile auf den umliegenden Wiesen wiedereinzusammeln. Der Wind verlängerte dabei die Wege. Imposant war der Rundumblick auf die Kulisse für den Raketenbahnhof: Von der Neuenrader Waldorfschule ging der Blick über das Kraftwerk Elverlingsen, den Nettenscheid, Dahle und die Lennehöhen bis zum benachbarten Großendrescheid und dem Radarturm der Deutschen Flugsicherung.

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