Firma spendet 135000 Euro

Übergabe: Wolfgang Burghardt (stellv. Konzernbetriebsratsvorsitzender), Bürgermeister Uwe Kober und Angelika Wetzstein, Geschäftsführerin der Ejot-Holding GmbH, im Amtszimmer des Bürgermeisters.
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Übergabe: Wolfgang Burghardt (stellv. Konzernbetriebsratsvorsitzender), Bürgermeister Uwe Kober und Angelika Wetzstein, Geschäftsführerin der Ejot-Holding GmbH, im Amtszimmer des Bürgermeisters.

Manche Verbindungen halten ewig und führen noch nach mehr als 100 Jahren zu guten Taten: Die Ejot-Gruppe mit Hauptsitz in Bad Berleburg hat der Stadt Altena eine beträchtliche Spende überreicht. Im Amtszimmer des Bürgermeisters wurde ein symbolischer Scheck von 135 000 Euro übergeben. Die Summe sei bereits auf dem städtischen Spendenkonto für die Flutopferhilfe eingegangen, berichtete Bürgermeister Uwe Kober aus diesem Anlass.

Altena – Mitarbeiter der Ejot-Gruppe an sieben Standorten in Bad Berleburg, Bad Laasphe und in Thüringen hatten jeweils eine Arbeitsstunde für die Hochwasseropfer in der Burgstadt gespendet. Der Erlös daraus wurde dann von der Ejot-Gesellschafterfamilie Kocherscheidt verdoppelt – so kam es zu dieser erstaunlichen Spendensumme. „Sie brauchen Solidarität und Menschlichkeit“, bekräftigte Ejot-Geschäftsführerin Angelika Wetzstein bei der Scheckübergabe.

Verbindungen damals und heute

Wer aber ist die Firma Ejot und wie kam es zu den offensichtlichen Verbindungen nach Altena? Gegründet wurde die Keimzelle der heutigen Gruppe 1922 von Adolf Böhl bei Bad Berleburg. Böhl hatte im Ersten Weltkrieg den Drahtzieher Herberg aus Dahle kennengelernt und erste Handelsbeziehungen geknüpft. Aber es gibt weitere wichtige Anknüpfungspunkte: Der im Jahr 2017 verstorbene Ejot-Seniorchef Hans Werner Kocherscheidt war in Altena zur Schule gegangen und hatte hier sein Abitur abgelegt. In den 1960er Jahren war Kocherscheidt darum bemüht, zentrale Positionen bei Ejot mit erfahrenen Mitarbeitern des ehemaligen Lennewerks in der Nette zu besetzen.

Aber die Kontakte reichen auch bis in die Gegenwart: Wichtige Lieferanten der Gruppe kommen aus der Burgstadt, und alle tragen bekannte Namen: Brüninghaus, Hesse, Finkernagel, Lüling, Claas und Frohn.

Die Ejot-Gruppe beschäftigt in Deutschland an sechs Standorten 2000 Mitarbeiter – weltweit 3500 – und ist Spezialist für Verbindungstechnik in Metall und Kunststoffen.

Nur ein kurzes Gespräch

Es sei überhaupt kein Problem gewesen, sich mit den Mitarbeitern über diese Spendenaktion zu verständigen, berichtete Ejot-Geschäftsführerin Angelika Wetzstein. Es sei „eines der kürzesten Gespräche mit dem Betriebsrat überhaupt gewesen“, sagte Wetzstein mit einem Augenzwinkern. Als stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender ergänzte Wolfgang Burghardt: „Für die Menschen, die zum Teil ihr komplettes Hab und Gut verloren haben, muss jetzt schnelle Hilfe geleistet werden. Uns ist wichtig, dass das Geld 1:1 bei den Leuten ankommt.“

Das versicherte Bürgermeister Uwe Kober. „Wir werden von dem Geld keine Kanäle neu machen und auch keine Bürostühle für das Rathaus kaufen.“

1,3 Mio. auf dem Spendenkonto

Auf dem städtischen Spendenkonto (Stand Ende vergangener Woche) liegen jetzt rund 1,3 Mio. Euro. Davon wurden bisher Soforthilfen für 55 Anträge in Höhe von 63000 Euro ausgezahlt.

Für die Soforthilfe des Landes gab es 311 Anträge von privaten Haushalten. Hier flossen 685000 Euro. Unternehmen reichten 113 Anträge auf Soforthilfe ein und erhielten 565000 Euro.

Zu den Kriterien zähle zum Beispiel die Frage, ob jemand eine entsprechende Versicherung hat, berichtet Bürgermeister Uwe Kober. Mit der Datenbank „Phönix“, die vom DRK eingerichtet wurde, will man sich künftig einen Überblick verschaffen und Doppelzahlungen an bestimmte Empfänger vermeiden. „Das ist auf dem Weg“, berichtet der Bürgermeister.

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