Bezirksregierung hat Bedenken gegen Imra-Pläne

Klaus Neuhaus mit den Listen: 1000 Bürger sprechen sich für den Erhalt des Parkplatzes aus – „nicht abwägungsrelevant“, meint die Verwaltung.

ALTENA ▪ Die Bezirksregierung hat Bedenken gegen das in der unteren Rahmede geplante „Nahversorgungszentrum“. Das ist das Ergebnis des ersten Beteiligungsverfahrens. Auch die SIHK hat dabei Zweifel an der Zentrumsverträglichkeit der Pläne geäußert.

Wie berichtet, will die Dortmunder Krähling-Gruppe die alten Imra-Gebäude kaufen und sie abreißen lassen, um dann einen Lebensmittel-markt mit 1800 Quadratmetern und ein weiteres, rund 600 Quadratmeter großes Geschäft errichten. Hinzu käme der bereits bestehende Netto-Markt, so dass abseits der Innenstadt eine erhebliche Konzentration von Verkaufsflächen entstünde.

Rewe-Gruppe droht

mit Schließung von Toom

Das ruft den örtlichen Einzelhandel auf den Plan – er spricht von einem „Todesstoß für die Geschäfte in der Innenstadt“. Auch die Rewe-Gruppe meldet sich zu Wort. Sie befürchtet bei der Realisierung der Pläne für ihren Toom-Markt im Stapelcenter Umsatzeinbußen in Höhe von zwei bis drei Mio. Euro. „Nach ihrer Einschätzung wäre die sofortige Schließung des Marktes dann unvermeidlich“, berichtet die Verwaltung in der Vorlage für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am kommenden Dienstag (17 Uhr, großer Sitzungssaal).

Dem wird vor allem wegen der Bedenken der Bezirksregierung nichts anderes übrig bleiben, als das Vorhaben zunächst einmal auf Eis zu legen. Für das Nahversorgungszentrum müsste nämlich der Flächennutzungsplan geändert werden, dabei hat die Bezirksregierung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden – „regionalplanerisches Abstimmungsverfahren“ nennt sich das dann. In dessen Zug hat die Bezirksregierung weiteren Erörterungsbedarf angemeldet. Sie will geklärt wissen, welche Auswirkungen die Neuansiedlung von Geschäften auf der Imra-Fläche für die Innenstadt hat. Ein von der Krähling-Gruppe bereits vorgelegtes Standortgutachten reicht ihr nicht aus, sie verlangt nach einem Einzelhandelskonzept. In der Vorlage für die Sitzung weist die Verwaltung darauf hin, dass sie dafür kein Geld hat. Deshalb müsse die Krähling-Gruppe diese Untersuchung finanzieren.

Auch Innenstadt-Projekt

auf der Tagesordnung

Ähnlich umstritten, planungsrechtlich aber ganz anders gelagert ist die Bebauung des Platzes zwischen dem Antek-Atelier und ehemals Overbeck. Auch darüber muss der Ausschuss für Stadtplanung am Dienstag beraten. Folgt er der Empfehlung der Verwaltung, dann stimmt er diesem Projekt zu.

Der Unterschied zu den Imra-Plänen besteht darin, dass es für diesen Bereich bereits einen Bebauungsplan gibt, der ein Wohn- und Geschäftshaus zulässt. Erforderlich sind lediglich geringe Änderungen des Planes. Es geht also nicht um die Frage, ob gebaut wird, sondern nur noch um das Wie. Auf jeden Fall habe der Eigentümer der Fläche „einen einklagbaren Rechtsanspruch auf eine Baugenehmigung“, betont die Verwaltung in der Vorlage für die Ausschusssitzung.

Unterschriften

sind nicht relevant

Gegen die Bebauung richtet sich Christoph Schulz („Antek“) als unmittelbarer Nachbar – er befürchtet negative Auswirkungen auf sein Eigentum, unter anderem wegen der Beschattung seines Grundstücks und möglicher statischer Schäden durch den Bau einer geplanten Tiefgarage. Es gibt dann noch eine Unterschriftensammlung, bei der sich über 1000 Menschen gegen den Wegfall der Parkflächen wandten. „Formal sind diese Listen nicht abwägungsrelevant“, schreibt dazu die Verwaltung wiederum mit Hinweis darauf, dass die Bebauung seit eh und je geplant sei und es bei der Bebauungsplanänderung nur um die Änderung und Konkretisierung von Baulinien und -höhen gehe. Darauf nähmen die Unterschriftenlisten aber überhaupt keinen Bezug.

Von Thomas Bender

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