Nahversorgungszentrum Rahmede: Stadtmarketing sagt „Nein“

Lebensmittel gehören nicht zum besonders geschützten zentrumsrelevanten Sortiment.

ALTENA - Der Stadtmarketingverein ist auch Interessensvertreter des Altenaer Einzelhandels. Vor diesem Hintergrund ist seine Haltung zum Nahversorgungszentrum Rahmede natürlich von besonderem Interesse. Sie ist eindeutig.

„Im Auftrag“ des Vereins teilt dessen Vorstandsmitglied Ulrike Betzler-Hüttemeister mit, dass die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel auf dem Imra-Gelände „die Zentrumslage schwer schädigen“ werde und dem Entwicklungskonzept 2015 zuwiderlaufe. Eine Entscheidung für die Ansiedlung von 1700 Quadratmetern zusätzlicher Geschäftsfläche neben dem vorhandenen Netto-Markt bedeute „den Todesstoß für die Geschäfte in der Innenstadt“.

Im Stadtentwicklungsausschuss spielten diese Einwände am Montagabend noch keine Rolle. Dort ging es zunächst um das Einzelhandelsgutachten. Darin werde zum einen der „zentrale Versorgungsbereich“ definiert und zum anderen, was „zentrumsrelevante Sortimente“ seien, erklärte Roland Balkenhol den Politikern. Diesem Auftrag sei der Gutachter gerecht geworden, bestätigte Claus Hegewald, der für die Handelskammer im Ausschuss sitzt. Zentraler Versorgungsbereich ist danach die Innenstadt, „zentrumsrelevantes Sortiment“ nahezu alles, was dort angeboten wird - das darf jetzt nicht mehr ohne weiteres „großflächig“ - also auf mehr als 800 Quadratmetern Fläche - außerhalb des Zentrums angeboten werden.

Nur: Es gibt auch nahversorgungsrelevante Sortimente. „Dazu gehören in der Regel Lebensmittel“, erklärte Balkenhol. Auch für Drogeriemärkte könne das gelten. Es sei im Einzelfall zu prüfen, ob entsprechende Angebote dezentral, also in den Stadtteilen, auch auf größeren Flächen zulässig seien.

Durch die Beschlüsse des Ausschusses soll jetzt genau das passieren. Er stimmte bei Enthaltung der Grünen einerseits für das Einzelhandelsgutachten und beschloss andererseits die Offenlegung der Planung für das Nahversorgungszentrum. Dazu muss der Flächennutzungsplan geändert werden - ein Verfahren, bei dem sich jeder Bürger zu Wort melden kann und soll. Es werde auch eine Bürgerversammlung geben, kündigte der Bürgermeister an. Außerdem flössen die Stellungnahme von Betzler-Hüttemeister und zwei anderen, sich ebenfalls ablehnend äußernden Bürgern in das Verfahren ein. Letzlich sei es Aufgabe des Rates, sich im Frühjahr unter Berücksichtigung aller Bedenken und Anregungen eine abschließende Meinung zu bilden, sagte Balkenhol. - ben.-

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