Pepper hilft im Altenheim

Roboter im Altenheim
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Roboter im Altenheim

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – „Pepper hat mich schon einmal begrüßt und mit mir geredet“, erinnert sich Petra Winkler an eine besondere Begegnung, die sie auf einer Messe hatte. Getroffen hat die Leiterin des Ellen-Scheuner-Hauses in Altena und des Perthes-Hauses in Nachrodt-Wiblingwerde dort einen Roboter – und gerät im Gespräch über ihn ein wenig ins Schwärmen.

 Pepper ist ein humanoider Roboter – also ein Roboter, dessen Bauform an die eines menschlichen Körpers erinnert – und kommt unter anderem in Pflegeheimen zum Einsatz. Vor sechs Jahren wurde er erstmals in einem Vorort Tokyos vorgestellt. Im Radprax-Seniorenzentrum in Plettenberg kommen seit mittlerweile gut einem Jahr zwei Peppers zum Einsatz. In Corona-Zeiten durchaus ein Vorteil, denn natürlich sind die Roboter gegen menschliche Viren immun. 

Prinzipiell kann auch Petra Winkler sich vorstellen, dass der kleine, weiße Menschenfreund mit seinen digitalen Kulleraugen in den Seniorenheimen der Perthes-Stiftung in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde zum Einsatz kommen könnte. Winkler würde sich darüber sehr freuen, betont sie, denn „der technische Fortschritt ist in Seniorenzentren absolut willkommen“. 

Von konkreten Planungen sei das Seniorenheim aber noch entfernt und müsse sich dafür auch mit dem Träger abstimmen. Zudem sind die Roboter nicht ganz günstig: Rund 30 000 Euro legte die Plettenberger Pflegeeinrichtung für ihre beiden Geräte auf den Tisch.

 Als Ersatz für menschliches Pflegepersonal sieht Petra Winkler Pepper keineswegs, sondern vielmehr als eine spannende Ergänzung des Teams. Dadurch, dass er die Menschen beschäftigt, könnte er das Pflegepersonal ein Stück weit entlasten. Und als ein Gerät, das das Arbeiten in Pflegeheimen interessanter und attraktiver machen könnte. „Es ist grundsätzlich sehr erstrebenswert, Menschen dazu zu motivieren, in der Pflege zu arbeiten“, unterstreicht Winkler.

 Die Pflegebranche entwickle sich natürlich auch weiter und es sei wichtig, neue Wege gemeinsam mit den Bewohnern auszutesten. Peppers Fähigkeiten sind vielfältig, und er wird grundsätzlich auch in anderen Bereichen als der Pflege eingesetzt – zum Beispiel im Kundendienst mancher Unternehmen. In den Seniorenheimen aber ist er vor allem Freund und Ansprechpartner für die Pflegebedürftigen. Sie können sich mit ihm unterhalten, können Spiele und Rätsel mit ihm machen. Letzteres kann gerade für Demenzpatienten eine große Bedeutung haben, denn ihre geistige Fitness wird durch die Gedächtnisspiele angekurbelt.

 Pepper erzählt auch Geschichten, kann auf seinem Display Nachrichten oder Videobotschaften von Verwandten abspielen. Gerade als die Besuchsbeschränkungen für die Pflegeheime noch massiver waren, habe das in Plettenberg geholfen, berichtet die Leiterin der dortigen Einrichtung, Elke Reperich. Durch unzählige Sensoren kann sich Roboter Pepper frei durch Räume bewegen. Gesprächspartner erkennt er wieder, weil er künstliche Intelligenz (KI) besitzt und dadurch lernfähig ist.

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