Kletterer am Werk

Einsatz im Angstloch: Überraschender Fund im Burg-Verlies 

Abwärts ins Angstloch auf Burg Altena: Kletterer Lars Krückmann seilt sich ab.
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Abwärts ins Angstloch auf Burg Altena: Kletterer Lars Krückmann seilt sich ab.

Acht Meter tief geht‘s ins Angstloch: Die Kletteraktion der besonderen Art auf der Burg hatte einen spannenden Hintergrund - und förderte Überraschungen im Verlies zutage.

Altena – Lars Krückmann kennt keine Angst. Acht Meter tief seilte sich der Kletterer bis auf den Boden des Angstlochs im Verlies der Burg ab. Allerdings gut betreut und beobachtet von Kollegen.

Das Verlies wird im Zuge der didaktischen und medialen Aufwertung der Dauerausstellung in den Museen der Burg digitalisiert. Ein virtueller Bischof soll bald mittels eines Beamers auf dem Boden des Angstlochs vor den Augen der Besucher erscheinen.

Kein Lösegeld: Bischof bleibt im Verlies gefangen

Damit der Boden als Leinwand taugt, wurde er von Kletterer Lars Krückmann ordentlich gesäubert und geebnet. Dafür ließ er sich mit dem Seil ins Angstloch hinab – ein Gegensatz zum gewöhnlichen Klettern in die Höhe. „Der technischen Umsetzung der Videoprojektion steht jetzt nichts mehr im Wege“, teilt der Märkische Kreis als Träger der Museen mit.

Die geplante Projektion erzählt den Besuchern die Geschichte vom Bischof Ludwig von Münster in Ton und Bild: 1323 nahm Graf Engelbert II. den Bischof gefangen und sperrte ihn im Verlies auf der Burg Altena ein. Weil zunächst kein Lösegeld gezahlt wurde, war der Kirchenmann von Pfingsten bis November im Angstloch inhaftiert. Diese Episode des Burglebens sollen die Besucher künftig virtuell erleben.

Kletterer entdeckt im Verlies Funde aus einem Jahrhundert

Bei den Vorarbeiten dafür erlebten die Experten eine Überraschung im Verlies: Der Kletterer entdeckte auf dem Boden des Angstlochs eine ganze Bank, Zigarettenschachteln der Marken Haus Neuerburg und Eckstein aus den 1920er und 1930er-Jahren, ein Hufeisen und eine alte Eintrittskarte für die Museen.

Aktuell sind die Museen des Märkischen Kreises auf der Burg pandemiebedingt geschlossen. Diese Zeit wird für die Aufwertung der Ausstellung genutzt. Ermöglicht werden diese und weitere digitale Neuerungen mit Hilfe des Förderprogramms „Heimat-Zeugnis“. Die Märkische Kulturstiftung hat rund 1,16 Millionen Euro vom Heimat-Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten, um die Burg und den Weyhe-Park didaktisch und medial aufzuwerten.

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