Einfühlsames Konzert

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Brachten Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ zum Mitsummen zu Gehör: Der Chor der neuapostolischen Kirche. ▪

ALTENA ▪ Lediglich frisch gefallener Schnee, der beim Heimweg unter den Schuhen knirscht, fehlte am Samstagabend auf dem Nachhauseweg. Doch darauf hatten die Veranstalter des Weihnachtskonzerts in der Lutherkirche natürlich keinen Einfluss. Noch lange nachdem der letzte Akkord verklungen war, hallte das „O, du fröhliche“ im Kopf nach – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Veranstaltung des Kulturrings Altena auch in diesem Jahr rundum gelungen war.

Fünf heimische Chöre und das Blasorchester Altena unterhielten die 480 Besucher auf hohem Niveau. Bekannte und weniger bekannte Advents- und Weihnachtslieder schufen eine feierliche Atmosphäre. Hoch über den Köpfen der Zuhörer schwebte der goldgelbe Stern, an dem viele Blicke während der Musik hängen blieben – und bot die Zeit, den eigenen Gedanken nachzugehen. Gerd Behrendts Wortbeiträge zwischen den Musikstücken schufen eine thematisch in sich runde Aufführung. Die feierliche Stimmung war schon zu Beginn des Weihnachtssingens spürbar. Vor allem die voluminösen Klängen des Blasorchesters Altena erfüllten das Kirchenschiff und hoben mit „Mary’s Boy Child“ den eigentlichen Sinn der Adventszeit – das Warten auf die Geburt Jesu – hervor. Feierlich schwebten die Klänge von der Empore auf die Zuhörer herab, umhüllten das Publikum und schufen eine warme Atmosphäre.

Aber auch die Beiträge der Paul-Gerhardt-Kantorei oder des Männergesangsvereins Dahle gefielen dem Publikum, die sich mit kräftigem Applaus bei den Ausführendne bedankten. Der ein und andere Besucher wiegte sich bei „Engel singen frohe Lieder“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ im Takt der Musik und formte mit den Lippen die Textpassagen nach, die der Chor der neuapostolischen Kirche zu Gehör brachte. Nach der „Klingenden Runde“, die ruhigen Gesang, untermalt mit Gitarrenmusik, boten, riss die flotte „Petersburger Schlittenfahrt“ des Blasorchesters mit einem lauten Peitschenknall die Zuhörer regelrecht aus ihren Gedanken, und brauste musikalisch auf der Tonleiter davon. Der wohlklingende, weiche Frauengesang des Frauenchor Evingsen verabschiedete die Zuhörer mit „White Christmas“ ins dritte Adventswochenende. Doch bevor gemeinschaftlich „O, du fröhliche“ angestimmt wurde, verlas Gerd Behrendt traditionsbewusst eines der trefflichsten Weihnachtsgedichte – Joseph von Eichendorffs „Weihnachten“. ▪ sr

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