SGV Dahle wird in diesem Jahr 125 Jahre alt

Für eine sinnvoll angeordnete Natur

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Udo Lahrmann hat trotz ausbleibender Jungmitglieder seinen Humor bewahrt und setzt sich weiterhin für attraktive Wanderpläne und eine gesunde Natur ein

Altena - Udo Lahrmann hat zum 125-jährigen Bestehen des SGV Dahle eine interessante Zahl recherchiert: 5,3 Millionen Todesfälle weltweit sind auf Bewegungsmangel zurückzuführen. „Mehr, als im Zusammenhang mit Rauchen bekannt sind“, merkt der Vorsitzende des Ortsvereins an. Ein Satz aus der am 17. Februar 1893 verfassten Vereinssatzung ist deshalb heute noch zeitlos aktuell: Paragraf 1 betont die Notwendigkeit, den Blick für eine sinnvoll angeordnete Natur zu schärfen.

Es sind einige vergilbte Seiten, die der Vorstand des Sauerländischen Gebirgsvereins Dahle aktuell durchforstet. Auch historisches Bildmaterial ist reichlich vorhanden. Den großen Rückblick auf 125 Jahre binden die organisierten Wandersleut in das Fest zum Dorfjubiläum am 30. Juni und 1. Juli ein.

Dorfjubiläum

Die Interessen der Gründerväter treiben bis heute die Mitglieder um: Das Wandern pflegen, fördern und echte Freizeitgestaltung durch entsprechende Einrichtungen zu ermöglichen, das Bewusstsein für die lebende Tradition unseres Raumes wachzuhalten, dem Menschen des modernen Industriezeitalters den Blick für die Notwendigkeit einer sinnvoll angeordneten Natur zu schärfen. Deshalb setzt sich die SGV-Abteilung Dahle auch für die Belange des Umweltschutzes, einer aktiven Landschaftspflege und eine entsprechende Landschaftsplanung ein.

Tradition

„Auf diesen Passus haben wir uns besonnen, als wir 2017 einen entsprechenden Antrag an die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt in Arnsberg gerichtet haben auf Erhebung einer Klage gegen die Genehmigung des Märkischen Kreises zum Bau und Betrieb von Windenergieanlagen im Gebiet Neuenrade-Giebel“, erklärt Udo Lahrmann. „Hier stehen eindeutig Umwelt- und Naturschutz für unsere Abteilung im Vordergrund, mit dem bisherigen Erfolg des ausgesprochenen Baustopps.“ Den Blick für die sinnvoll angeordnete Natur zu schärfen wird allerdings zunehmend schwieriger: „Die Problematik beginnt heute schon im Kindesalter.

Computerspiele

Zeitraubende Computerspiele haben den Stellenwert eingenommen, den für Kinder vorangegangener Generationen einst die Natur hatte“, so Lahrmann. Der SGV als naturverbundener Verein habe kaum Einfluss darauf, jene entwicklungshemmende und gesundheitsgefährdende Interessenverschiebung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Allerdings sieht Udo Lahrmann die Mission des Sauerländischen Gebirgsvereins immerhin politisch unterstützt: „Das Gesundheitsministerium stellt fest, dass Schulen und Kindergärten verstärkt darauf hinwirken sollten, dass Kinder möglichst früh Spaß an Bewegung vermittelt bekommen.“

Bewegung

Der Vorsitzende räumt ein, dass diese Forderung dem SGV keine jungen Mitglieder mehr in die Hände spielt, doch ein Grund zum Aufgeben ist das für die Ortsgruppe noch lange nicht. Sie wird weiterhin eine Veranstaltung im Monat anbieten, die Weiten des Sauerlands zu Fuß erkunden und sich an der Natur erfreuen. „Selbst, wenn ein Mitwanderer eines Tages vor einen Baum laufen sollte, weil er auf sein Smartphone geschaut hat, anstatt auf den Fußweg zu achten“, betont Udo Lahrmann schmunzelnd.

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