Eine nette Idee: Bücherzelle für Altena

Ausrangierte Telefonzellen genügen.

ALTENA - Bonn hat sie und auch Bad Zwischenahn. In Ingolstadt steht eine, Meinerzhagen denkt über die Einführung nach. Auch Antonius Gusik, der Leiter der Stadtbücherei Altena, könnte sich durchaus für eine Bücherzelle erwärmen. „Das ist eine pfiffig Idee“, sagte er auf Anfrage.

Bücherzellen sind „Tauschpunkte“ für Literatur aller Art. Oft handelt es sich um ausgediente Telefonzellen, die mit Regalen ausgestattet werden und rund um die Uhr zugänglich sind. Wer Bücher abzugeben hat, kann sie dort deponieren und so für Menschen zugänglich machen, die auf der Suche nach Lesestoff sind. „Das ist der Kommunikation ebenso förderlich wie dem Ziel der Leseförderung. Literatur wäre somit im Alltag präsent. Büchern wird ein eigener Stellenwert zugewiesen“ - so begründen die Meinerzhagener Grünen, warum sie euch in ihrer Stadt eine Bücherzelle haben wollen.

Ausgediente Bücher gibt es in Altena reichlich, weiß Büchereileiter Antonius Gusik. Er wird immer wieder mit ganzen „Bücherladungen“ konfrontiert, zu Beispiel nach Haushaltsauflösungen. „Da sind manchmal tolle Sachen bei“, weiß der Bibliothekar, der diese Sendungen gewissenhaft sichtet. In den regulären Bestand nimmt er nur einen Teil davon auf. Das meiste landet im „Flohmarktkeller“ der Bücherei, in dem man sich heute schon (gegen eine Spende) mit gebrauchter Literatur eindecken kann. Der Nachteil dieser Lösung: Der Flohmarktkeller ist nur gelegentlich geöffnet, weil er von den Freunden der Stadtbücherei (und damit rein ehrenamtlich) betreut wird. Gusik kann sich vorstellen, dass dieser Verein auch eine Bücherzelle betreuen könnte und sähe es gerne, wenn sie nahe der Stadtbücherei aufgestellt würde. Vielleicht diene sie dann auch dazu, die bei manchen Menschen vorhandene Schwellenangst abzubauen: „Wer da nichts findet, besucht dann vielleicht die Bücherei“.

Die Bücherzellen erfüllen in den meisten Städten noch eine zweite Funktion: Ihre Außenwände dürfen als Litfaß-Säule genutzt werden. Dort könnten Veranstalter auf kulturelle Angebote oder Vereinsaktivitäten hinweisen. Zudem wäre ein solche Bücherzelle ein „Blickfang in der Stadtmitte“, so heißt es in dem Antrag der Meinerzhagener Grünen. Und weiter: „Sie ist ein markanter Treffpunkt, ist selbst Gesprächsthema und bietet Anlass, mit anderen ins Gespräch zu kommen.“ ▪ von Thomas Bender

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