OECD-Wissenschaftler nehmen Integrationsarbeit in Altena unter die

Eine große Chance für unsere Stadt und das ganze Land

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Von Altena ging es für die OECD-Delegation (hier Ausschnitt der Gruppe) mit Viviane Spitzhofer (l.), Sprecherin Claire Charbit und Abteilungsleiter Johannes Weber (r.) nach Paris. Landrat Thomas Gemke und Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein freuen sich.

Altena - „Das war keine Besichtigungstour. Das war harte Arbeit!“ – Diese Bilanz zog am Dienstag, 11. Juli,  Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, der als Gastgeber eine OECD-Delegation zu Studienzwecken an der Lenne verabschiedete. Die Frauen und Männer nahmen dabei in jeweils zwei Mal 12 Stunden ab Montag die Integrationsarbeit der Stadt im Wortsinne unter die Lupe.

OECD – das steht für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa. Ganz bewusst hat man sich in der dortigen Chefetage auf Empfehlung des Bundeswirtschaftsministers und der Landesregierung NRW neben Städten wie Paris, Rom, Madrid oder Stockholm die Stadt Altena ausgesucht, um dem ländlichen Raum in der Bewertung der Flüchtlingskrise und ihrer Bewältigung vor Ort eine Stimme zu geben.

Interviews

So sagte gestern OECD-Sprecherin Claire Charbit im Interview mit mehreren Radio- und Fernsehsendern im Rathaus, es gehe nicht um die Größe einer Stadt, es gehe im Wesentlichen eben auch um die Qualität der Arbeit, die geleistet werde. Der OECD sei es wichtig, deshalb besonders den sogenannten ländlichen Raum mit seinen Erfahrungen in der Integrationsarbeit und Alltagsbewältigung der Menschen aus den Flüchtlingsregionen zu erfassen. Damit folgt man ganz besonders dem Wunsch Italiens und auch Österreichs. Gestern gab es noch keine Ergebnisse und auch keine Einschätzungen des Besuchs. Altena hatte bereits eine umfangreiche Vorarbeit durch das Ausfüllen von Fragebögen und Interviews vieler Flüchtlingshelfer geleistet.

Fazit im Dezember

Das Fazit und eine Bewertung und damit möglicherweise ein Fingerzeig für andere Kommunen in Europa soll es frühestmöglich gegen Ende des Jahres geben. Doch die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge vor Ort in Altena, ihre Betreuung durch Ehrenamtliche, also die persönlichen Kümmerer, der durchaus erfolgreiche Versuch, viele in Vereine und Verbände einzubinden, die besonderen Sprachkurse nach dem Liechtensteiner Modell, um nur weniges zu nennen, all das nahmen die OECD-Wissenschafter sehr wohlwollend zur Kenntnis.

Groß war das Medieninteresse am Besuch der OECD-Delegation in Altena.

Sie waren auf ausdrücklichen Wunsch der Bundesregierung und des Wirtschaftsministeriums auf Altena gekommen, auch das Land NRW sieht die kleine Lenne-Gemeinde durchaus als Referenz-Objekt in Sachen Migration. Eindeutig wurde gestern gesagt, dass neben der humanitären Hilfe der wesentliche Fokus auf den Geflüchteten als Chancen für die Sicherung des Wohlstandes am Ort, ja in Europa, zu legen sei. Der Bürgermeister sprach von einer Win-win-Situation, also dem gegenseitigen Befruchten und einer eben völlig anderen Basisarbeit als in den großen Metropolen Europas. Landrat Thomas Gemke unterstrich, dass viele Flüchtlinge eine echte Bleibeperspektive hätten und es eine Daueraufgabe sei, sie hier heimisch werden zu lassen. Es sei wichtig, dabei die Bewohner der Städte und Gemeinden „immer wieder neu mitzunehmen, sie einzubeziehen. Das ist und bleibt unsere Aufgabe.“ Dr. Andreas Hollste

Eine Daueraufgabe

in drückte seine Hoffnung aus, das Land und Bund schon in Kürze neue Fonds auflegten, um die gemeinsame Aufgabe der Integration auch auf finanziell breitere Füße zu stellen. Auch er spricht von einer Win-win-Situation und nannte als Beispiele: Die Bevölkerung vermietet die dezentral gelegenen Wohnungen. Die Geschäfte profitieren vom Einkauf. Er rechne in Kürze mit einem neuen Integrations- und Einreiserecht, blickte er über den Bundestagswahltermin nach vorn. „Wenn wir alle unseren Wohlstand erhalten wollen, tun wir gut daran, diese menschlichen Ressourcen zu nutzen.

Stichwort: Flüchlingsstudie der OECD

Wie viele Flüchtlinge kommen eigentlich noch weiter nach Europa? Und schafft es Europa, alle Menschen, die kommen, aufzunehmen? Diese Fragen versucht eine neue Studie der OECD zu beantworten. Mittendrin in der Aufnahmen von Daten und Fakten zu dieser Jahrhundertaufgabe ist auch Altena. Die Stadt befindet sich damit in guter Gesellschaft mit Metropolen wie Wien, Rom, Berlin, Madrid oder Paris und weiteren. OECD-Sprecherin Claire Charbit gestern im Rathaus: „Das ist kein Widerspruch, das passt. Es geht auch um Qualität. „Altena leiste Hervorragendes in Sachen Integrationsarbeit im ländlichen Raum. Das könne Vorbild sein.

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