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Weniger Einbrüche, mehr Straftaten: Polizei stellt aktuelle Kriminalstatistik für Altena und Nachrodt vor

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Von: Olaf Moos

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Die Polizeibeamten in Altena unter Führung von Markus Nowak (rechts im Bild) hatten im vergangenen Jahr viel zu tun. Auffällig ist unter anderem die Zunahme von Computerkriminalität um über 570 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.
Die Polizeibeamten in Altena unter Führung von Markus Nowak (rechts im Bild) hatten im vergangenen Jahr viel zu tun. Auffällig ist unter anderem die Zunahme von Computerkriminalität um über 570 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. © Bender, Thomas

Die Polizei des Märkischen Kreises veröffentlichte nun die aktuelle Kriminalstatistik. Auch die Zahlen für Altena und Nachrodt sind dabei.

Märkischer Kreis – Die Kriminalitätsrate im Kreisgebiet ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 geringfügig angestiegen. Die Polizei registrierte aktuell insgesamt 20 851 Straftaten. Im Jahr zuvor waren es noch 20 161 Delikte. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent. So lautet eine der Kernaussagen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) , die Kreis-Polizeichef Manfred Kurzawe und der Leiter der Direktion Kriminalität, Benjamin Aufdemkamp, am Montag vorstellten.

Besonders auffällig erscheint in der Statistik der Anstieg der Quote der Sexualdelikte. Im Jahr 2020 ermittelte die Polizei in 351 Fällen, im vergangenen Jahr stieg die Zahl um 300 auf 651 (+ 85,5 Prozent). Dabei legte die Rate der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen um 26,3 Prozent zu, die des sexuellen Missbrauchs von Kindern um 24,2 Prozent.

Weniger Einbrüche, mehr Straftaten: Kriminalstatistik veröffentlicht

Einen gewaltigen Sprung machte die Zahl der Fälle von Verbreitung illegaler pornographischer Schriften und Erzeugnisse. Während die Kreispolizeibehörde im Jahr 2020 noch in 131 solcher Fälle Ermittlungsverfahren führte, kletterte die Zahl im zurückliegenden Jahr auf 356 Verfahren – eine Steigerung von 171,8 Prozent.

Dafür gibt es aus Sicht der Polizei zwei Erklärungen. Zum einen hat die Behörde ihre Arbeit in diesem Deliktbereich durch personellen Mehraufwand und den Einsatz neuer Technik intensiviert. Zum anderen sind die Ermittler bei der Untersuchung eines Falles und der Verfolgung eines Tatverdächtigen immer häufiger auf ganze Netzwerke gestoßen, deren Mitglieder ebenfalls in den Fokus der Strafverfolger gerieten. Die Aufklärungsquote lag 2021 bei 83,4 Prozent, im Jahr zuvor wurden noch 95,4 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Kriminalstatistik: Zahlen für Altena und Nachrodt

Fallzahlen (Vgl. zu 2020) / Aufklärungsquote:

Weniger Einbrüche, mehr Straftaten: Polizei veröffentlicht Statistik mit ungewöhnlichen Zahlen

Im Gegensatz dazu verzeichnet die Polizei einen ungewöhnlichen Rückgang der Zahl von Wohnungseinbrüchen. Die Zahl dieser Straftaten sackte im vergangenen Jahr auf 325 ab, im Jahr 2020 gab es 521 Fälle – was aktuell einem Minus von 37,6 Prozent entspricht. Der Polizeichef spricht von einem „historischen Tiefpunkt“ der Entwicklung. Nach Erkenntnissen der Ermittler ist der Rückgang der Einbruchsquote hauptsächlich mit der Corona-Pandemie zu erklären, die dafür gesorgt hat, dass sich etwa wegen Quarantäne oder Homeoffice mehr Menschen als zuvor meistenteils zu Hause aufgehalten haben und Einbrecher damit abgeschreckt wurden.

Deutlich zugenommen hat hingegen die Zahl der Widerstandshandlungen oder tätlicher Angriffe auf Beamte – und zwar von 154 auf 181, was einem Anstieg von 17,5 Prozent entspricht. Landrat Marco Voge bezeichnete die Zunahme der Zahl als „gesellschaftliches Problem“ – und hob die wachsende Bedeutung von Kampagnen für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften hervor.

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