Einbruch in Dahler Bäckerei - Geringe Beute

Altena - Auf Facebook sorgte der Vorfall für einiges Aufsehen: Nachdem in der Nacht zu Donnerstag, 23. Oktober, in die Bäckerei Timmermann in Dahle eingebrochen wurde, wurde in der Gruppe „Du kommst aus Altena...“ heftig debattiert, vor allem über das laienhafte Vorgehen des Täters – nach Zeugenaussagen ein junger Mann.

Er hatte am 23. Oktober gegen 0.30 Uhr mit einem Gegenstand eine doppelverglaste Scheibe des Geschäfts an der Hauptstraße eingeschlagen und dabei nicht nur einen Schaden von 1500 Euro angerichtet, sondern sich auch Schnittverletzungen zugezogen. Dadurch hinterließ er im Verkaufsraum etliche Blutspuren, die von der Polizei gesichert wurden. Seine Beute blieb gering: Ein paar Schachteln Zigaretten und zwei Flaschen Cola.

Im offiziellen Polizeibericht für die Presse tauchte dieser Vorfall nicht auf – keine Absicht, versicherte am Montag, 27. Oktober, Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis. Gerade im Zusammenhang mit den zurzeit laufenden Kampagnen gegen Einbruchsdiebstähle sei es ein wichtiges Anliegen der Polizei, all diese Straftaten zu melden. Dass die in Dahle unter den Tisch fiel, sei schlicht ein Versehen gewesen.

Über Polizeieinsätze wird auf zwei Schienen informiert. Die Polizeiwache Altena schreibt täglich einen Pressebericht, in dem sämtliche Verkehrsunfälle des Vortages gelistet sind – auch solche mit nur ganz geringem Schaden. Informationen über Kriminalitätsdelikte erreichen die Zeitungen im Märkischen Kreis über die Pressestelle der Kreispolizeibehörde, die aber eine Auswahl vornimmt – Fälle häuslicher Gewalt zum Beispiel werden von ihr nur dann gemeldet, wenn es sich um sehr massive Fälle handelt.

Boronowski erklärte das Vorgehen: „Alles, was im Bereich der zehn Polizeiwachen im Märkischen Kreis passiert, wird in einem zentralen Einsatzrechner dokumentiert.“ Jeden Morgen schaue sich ein Mitarbeiter des Lagezentrums diese Vorgänge an und entscheide, welche der Pressestelle übermittelt werden. Dazu gebe es zwar festgelegte Kriterien – so seien eigentlich alle Einbrüche zu melden –, es seien aber auch Fehler möglich. An einem normalen Werktag müssten immerhin um die 200 Vorgänge gelesen werden, montags – also nach dem Wochenende – auch schon mal 500. Er gehe deshalb davon aus, dass der Einbruch in Dahle ganz einfach übersehen wurde, sagte Boronowski am Montag auf Anfrage. -  ben.-

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