Verkehrsunfall Brachtenbeck

Mann verursacht Unfall - Schuld bekommt jemand anderes

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Eigentlich eindeutig – aber trotzdem wird diese Beschilderung noch immer missachtet.

Altena - Ein Hemeraner befährt die Einbahnstraße in der Brachtenbeck in die falsche Richtung und verursacht so einen Unfall. Schuld am Unfall bekommt jedoch jemand anderes. Wie die Polizei diese Entscheidung begründet...

So fahren, dass man immer und überall rechtzeitig anhalten kann – das bekommt jeder Autofahrer in der Fahrschule eingebläut. 

„Wer auffährt, hat Schuld“, lautet die griffige Devise, die sofort die Frage aufwirft, wie ein Unfall zu bewerten ist, der sich in der vergangenen Woche in der Brachtenbeck ereignete. Die ist bekanntlich zurzeit Einbahnstraße und darf nur aus Richtung Wiblingwerde befahren werden, was übergroße Schilder auch sehr deutlich anzeigen. 

Trotzdem fuhr ein Mann aus Hemer bergwärts. Das hatte zur Folge, dass eine Frau, die ihm entgegen kam, scharf bremsen musste. Während sie es noch schaffte, einen Unfall zu vermeiden, hatte die Autofahrerin hinter ihr weniger Glück: Sie versuchte laut Polizeibericht vergeblich, auszuweichen und stieß mit den beiden anderen Fahrzeugen zusammen. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von 2300 Euro. 

"Wer auffährt, hat Schuld": Deshalb gilt die Frau als Verursacherin

Für die Polizeibeamten, die den Unfall aufnahmen, war die Sache klar: „Wer auffährt, hat Schuld“ – unter diesem Motto führten sie die Frau, die aufgefahren war, in ihrem Unfallbericht als Verursacherin. Sie musste an Ort und Stelle sogar ein Verwarnungsgeld bezahlen. Zumindest in dieser Hinsicht ging es dem Falschfahrer auch nicht besser: Weil er verkehrt herum durch die Einbahnstraße gefahren war und dadurch auch noch ein Unfall verursacht wurde, musste auch er ein Bußgeld bezahlen. 

Allerdings kommen Autofahrer in solchen Fällen vergleichsweise billig davon: Der Bußgeldkatalog sieht maximal 35 Euro vor. Polizisten träfen bei der Aufnahme von Unfällen keine endgültige Entscheidung darüber, wer Schuld ist und wer nicht. Das stellte gestern Alexander Fall, der Leiter der Polizeiwache Altena, klar. Er gehe davon aus, dass die Versicherung der Unfallverursacherin kaum bereit sein werde, den gesamten Schaden zu übernehmen, sagte er auf Anfrage. 

Hemeraner wird von Versicherung wohl Mitschuld unterstellt

Anzunehmen sei, dass sie dem Hemeraner wegen seines Verkehrsverstosses eine Mitschuld unterstellen werde. Das war übrigens nicht der erste Unfall, der sich während der Einbahnstraßen-Regelung ereignete. Sogar einen Rettungswagen erwischte es dort schon ganz leicht am Außenspiegel. Der war allerdings mit Sondersignal unterwegs und durfte deshalb gegen die Einbahnstraßenrichtung fahren. 

Die Polizei kontrolliere immer wieder, ob die Einbahnstraßenregelung auch eingehalten werde, sagte Fall gestern. Sein Eindruck: „Die Verstöße sind seltener geworden“.

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