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212 Altenaer beantragen Wiederaufbauhilfe

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Von: Thomas Bender

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Das Hochwasser richtete im Juli 2021 verheerende Schäden in Altena an.
Das Hochwasser richtete im Juli 2021 verheerende Schäden in Altena an. © Privat

Das Thema Fluthilfe ist im Märkischen Kreis noch lange nicht vom Tisch. Das zeigte sich bei einer Pressekonferenz von Heimatministerin Scharrenbach knapp ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser. Dabei wurden auch Zahlen aus den betroffenen Kommunen im Märkischen Kreis genannt.

Altena/Märkischer Kreis – Besonders hart traf es Altena: 212 Anträge auf Wiederaufbauhilfe liegen inzwischen aus der Burgstadt vor – das sind 61 mehr als im März. Von diesen 212 Anträgen sind 203 bereits in der Bearbeitung, es wurden bis jetzt 3,63 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe ausgezahlt – wobei zu berücksichtigen ist, dass Gebäudeschäden in Raten beglichen werden: Nach der Antragsbewilligung gibt es 40 Prozent, wenn die verbaut sind, können weitere 30 Prozent abgerufen werden und den Rest gibt es erst, wenn alle Arbeiten abgeschlossen und abgerechnet sind. So weit sind noch lange nicht alle Flutopfer, so dass zu den 3,63 Millionen Euro sicherlich noch einiges hinzukommt.

Von 212 Anträgen aus Altena sind 203 bearbeitet

Auch in anderen Städten an der Lenne gab es Schäden bei Privatleuten, allerdings bei weitem nicht in der Größenordnung von Altena. Aus Werdohl wurden bis jetzt 30 Anträge gestellt, von denen 27 in der Bearbeitung sind. Rund 655 000 Euro wurden bisher ausgezahlt. Alle sechs Anträge aus Plettenberg wurden inzwischen bearbeitet, ausgezahlt wurden über 220 000 Euro. Nach Herscheid flossen 32 000 Euro für zwei Schäden, drei Antragsteller aus Nachrodt erhielten bisher knapp 23 500 Euro.

2,5 Millionen Euro fließen nach Lüdenscheid

Aus dem Lüdenscheider Teil der Rahmede, aber auch aus dem Stadtteil Brügge wurden ebenfalls erhebliche Schäden gemeldet. 47 Anträge aus der Kreisstadt liegen bisher bei der Bezirksregierung vor, ausgezahlt wurden 2,5 Millionen Euro.

Blick ins Hönnetal: Dort traf es vor allem die Balver, die nach der Flut 22 Anträge stellten. 403 000 Euro wurden bislang gezahlt. Aus Neuenrade kamen zwei Anträge über zusammen 20 500 Euro.

Im Volmetal traf es vor allem Halver

Im Volmetal war vor allem Halver von der Flut betroffen. Von dort wurden 14 Schäden gemeldet, gezahlt hat das Land bisher rund 370 000 Euro. Nach Schalksmühle flossen für acht Schäden 245 600 Euro. Aus Kierspe kamen ebenfalls acht Anträge, erstattet wurden bisher 167 500 Euro. Last but not least kamen aus Meinerzhagen zwei Anträge über 155 000 Euro.

Immense Schäden an kommunalem Eigentum

Landesweit haben etwa 18 000 Privatleute Anträge gestellt, bewilligt wurden ihnen 493 Millionen Euro. Weitaus höher sind die Schäden an kommunalem Eigentum. 70 kommunaler Wiederaufbaupläne befänden sich im System, 14 weitere seien noch zu erwarten, berichtete die Ministerin und erwähnte lobend, dass die Stadtt Altena als erste ihre Hausaufgaben gemacht habe.

Sie gehört zu den 27 Kommunen, deren Wiederaufbaupläne bereits bewilligt wurden. Mit einem geschätzten kommunalen Schaden von 100 Millionen Euro liegt die Burgstadt im Ranking bisher hinter Bad Münstereifel und Eschweiler auf Platz drei, Nachrodt kommt mit einer Schadenshöhe von 25 Millionen Euro auf Platz sieben.

Weitere Wiederaufbaupläne werden folgen

Allerdings wird sich das noch ändern, weil über die Wiederaufbaupläne stark betroffener Städte wie Hagen oder Stolberg noch keine Entscheidung getroffen worden ist. Insgesamt geht das Land von 1,4 Milliarden Euro Schaden an kommunaler Infrastruktur aus.

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