Präsentation und Kurse auf der Burg Altena

„Ein sehr schönes Handwerk“: Edmund Gehrlein flicht Weidenkörbe

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Interessiert schauten sich die Besucher das alte Handwerk in Aktion an. Edmund Gehrlein erklärte von der Auswahl der richtigen Zweige bis zur richtigen Technik, worauf es beim Korbflechten ankommt. Ein gutes Ergebnis kann bis zu 80 Jahre halten.

Altena - Er ist einer der letzten seiner Art: Edmund Gehrlein flicht in siebter Generation Weidenkörbe. Zum wiederholten Mal hat er diese Handwerkskunst nun in Anfängerkursen und Vorführungen auf der Burg Altena präsentiert und vermittelt.

„Es ist ein sehr schönes Handwerk, das auch schon vor 14 000 Jahren praktiziert wurde“, sagt der sympathische Rheinland-Pfälzer. Genutzt wurden die Körbe damals häufig als Transportmittel.

Sogar einer der heute weltgrößten Chemiekonzerne fand laut Gehrlein Verwendung für die Naturprodukte: „Wenn Chemikalien in Glasballons transportiert wurden, dann wurden diese in Weidenkörben vor Schäden geschützt“, erzählt er. Auch in Baumschulen seien die Bäume mit Weide zusammengebunden worden.

Mit dem Vormarsch des Plastiks habe es immer weniger Nutzen für das natürliche Material gegeben. Vom Flechten und dem Verkauf der Körbe könne man schon lange nicht mehr leben, berichtet Gehrlein. „Mein Großvater hatte noch eine richtige Werkstatt mit 18 Beschäftigten“, erinnert er sich. Das Korbflechten habe ihn damals fasziniert, sodass er es ebenfalls lernen wollte. „Das Material wuchs ja direkt vor unserer Haustür.“ Auch heute noch baut Gehrlein seine Weiden selbst an. Ursprünglich kommt er aus dem rheinland-pfälzischen Westheim, reist jedoch viel, um sein Handwerk zu präsentieren.

Seine Arbeiten bietet Gehrlein zum Verkauf an. Neben Körben hat er beispielsweise auch ein kleines Motorrad geflochten.

So flocht er beispielsweise im Februar im baden-württembergischen Lahr auf dem Gelände der Landesgartenschau riesige Körbe mit Durchmessern von 2,80 und 3,80 Metern und einer Höhe von etwa 1,20 Metern. Auch Tipis für Spielplätze und ein Storchennest für Vögel auf der Insel Rügen hat er bereits angefertigt.

Auf der Burg Altena wurde einige Nummern kleiner geflochten. In Anfängerkursen beginnt Gehrlein immer mit einem runden Boden. „Das ist die einfachste Form“, lautet die einfache Begründung.

Die richtige Feuchtigkeit und Biegsamkeit der Weide, die Zahl der Hölzer und natürlich die korrekte Flechttechnik sind nur einige Faktoren, die einen guten Korb ausmachen. „In den Kursen zeige ich das, was man an einem Tag vermitteln kann“, sagt Gehrlein, wissend, dass auch das schon viel sein kann. Wer später zu Hause Probleme bekomme könne bei anderen Kursen vorbeikommen und um Hilfe fragen. „Manchmal bekomme ich sogar Anrufe, wenn die Leute nicht weiter wissen“, sagt er.

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