Edeka Enste setzt auf mehr Umweltfreundlichkeit

Wurst-Box statt Plastiktüte

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Mit einer selbst mitgebrachten Frischhaltebox können Kunden von Edeka Enste seit einer Woche ihre Wurst verpacken lassen. Das soll den enormen Verbrauch an Plastikmüll verringern.  

Altena – „Ich habe zwei Kinder. Da denkt man in Sachen Umweltschutz gleichzeitig auch an ihre Zukunft“, sagt André Enste, Besitzer des Edeka-Marktes an der Rahmedestraße. Nachhaltig zu handeln sei für ihn eine „Herzensangelegenheit“. Daher hat Enste bereits in den ersten fünf Monaten, in denen er den Laden in Altena betreibt, vieles umgesetzt. Das Ziel: Ein umwelt- und klimafreundlicherer Supermarkt.

Bekam sowohl Lob als auch Kritik für seine umweltschonenden Maßnahmen: André Enste.

Enste, der auch noch einen Edeka-Laden in Menden hat, bietet seinen Kunden nämlich neuerdings die Möglichkeit, beim Einkaufen weniger Plastikmüll zu verbrauchen. So gibt es seit etwa einer Woche an der Wursttheke die Möglichkeit, die Ware in selbst mitgebrachte Frischhalteboxen verpacken zu lassen. Doch nicht nur in Sachen Plastikvermeidung ist er bemüht: „Der Markt ist klimaneutral“, erklärt Enste. Das heißt, dass die Beheizung und die Warmwasserversorgung völlig ohne die Verbrennung fossiler Brennstoffe ablaufen. Stattdessen nutzt der Edeka-Laden die Abwärme der Kühlung. Das sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch unproblematisch. Bei der plastikarmen Wursttheke – es gibt noch Papiertüten, die unter anderem Plastik enthalten – ist das genauso: Das Procedere mit den Frischhalteboxen mag zwar kompliziert klingen, ist aber recht einfach: Man bringt seinen sauberen Mehrwegbehälter mit in den Laden und legt ihn auf ein Tablett auf der Theke. Ein Verkäufer füllt die Box dann nach dem Wiegevorgang mit der gewünschten Ware. Wichtig sei nur, dass der Verkäufer dabei Handschuhe trägt, „damit alles keimfrei bleibt“, versichert Enste.

Der Supermarkt-Betreiber erntete – vorwiegend in den sozialen Netzwerken – viel Lob, aber auch Kritik für die Aktion. Die Kritik war nach seiner Auffassung in vielen Fällen aber eher unberechtigt: „Ein Mann kommentierte im Internet einen meiner Beiträge und bemängelte, dass die Frischhalteboxen immerhin auch aus Plastik seien und damit auch umweltschädlich. Das halte ich für nur bedingt richtig. Denn Tupper-Ware lege ich einfach in die Spülmaschine – und fertig. Nach ein paar Einkäufen an der Wursttheke hat der Kunde dann nämlich eine Menge an Plastik eingespart. Und die Plastikdosen halten quasi ein Leben lang.“ Die meiste Kritik prallt daher an ihm ab, wie er verrät. Zumindest sofern sie nicht konstruktiv ist: „Und das ist sie im Internet leider nicht immer“, findet er. Nach etwa fünf Monaten hat Enste sich in seinem neuen Markt in Altena gut eingelebt: „Es läuft gut“, erklärt er. „Wir bekommen von Tag zu Tag neue Stammkunden dazu. Zwei Läden bedeuten für mich natürlich mehr Arbeit“, erzählt der Kaufmann, der seit der Marktöffnung an der Rahmedestraße fast täglich zwischen seinen Standorten hin und her pendelt. Trotz der zeitlichen Engpässe sei es ihm aber ein besonderes Anliegen gewesen, in Sachen Plastikmüll etwas zu tun – auch wenn ihm klar ist, dass seine Einsparungen natürlich nur ein kleiner Beitrag zum weltweiten Umweltschutz sind und man auch in Zukunft nicht ganz auf Plastik verzichten kann: „Wir können die Spaghetti-Nudeln ja nicht auf dem Boden zur Kasse rollen.“ Eine Sache ist ihm aber mindestens genauso wichtig wie das Thema Nachhaltigkeit. Die freie Verpackungs-Wahl: „Die Menschen sollen selbst entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder nicht. Es gibt daher auch weiterhin Plastiktüten in unserem Laden. Ich möchte meine Kunden auf keinen Fall bevormunden“, betont er.

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