Durchhuschen bei Rot ist kein Kavaliersdelikt

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Wer noch durchfährt, wenn die Ampel Rot zeigt, riskiert ein Fahrverbot. -

ALTENA - Die Baustelle auf der Lenneuferstraße, stets flankiert von ihrem Gegenüber auf der Bundesstraße 236 an der anderen Lenneseite, bleibt Stadtgespräch.

Die Konzeption der Baustelle sah von Anfang an vor, dass im Interesse einer möglichst geringenen Beeinträchtigung des Verkehrsflusses die Straße nur halbseitig gesperrt werden würde. In der gut 300 Meter langen Baustelle gab es aber bald chaotische Situationen. Auch die Polizei musste einschreiten.

Grundsätzlich, so findet der Leiter der Polizeiwache an der Marktstraße, Matthias Radtke, habe sich die Ampelregelung bewährt. „Jede Regelung ist aber nur so lange gut, wie sich die Autofahrer daran halten“, meint der Hauptkommissar. Das war auch der Grund dafür, dass die Beamten der Polizeiwache am Dienstag einmal nach dem Rechten gesehen haben. Am Nachmittag wurde die Verkehrsmoral an der Lenneuferstraße einer genaueren Kontrolle unterzogen, wobei die Ordnungshüter insbesondere auf die Einhaltung der Grün- und Rotphasen achteten. Es zeigte sich einmal mehr, dass es gerade Baustellenampeln sind, die den einen oder anderen Fahrer zu Verstößen animieren. Dahinter steckt der Wunsch, trotz einer eben zu Ende gegangenen Grünphase noch mit durchzurutschen.

Innerhalb von zehn Minuten erwischten die Polizeibeamten gleich drei Autofahrer, die bei Rot fuhren und sich auch nicht davon beeindrucken ließen, dass das Rotlicht schon mehrere Sekunden angezeigt wurde. Das hat im Falle eines Verstoßes dann sehr ernste Konsequenzen: Zeigt die Ampel länger als eine Sekunde Rot, werden 200 Euro Geldbuße fällig, vier Punkte in Flensburg – und ein Monat Fahrverbot. Ein Auge zudrücken können die Beamten dabei nicht: „Der Bußgeldkatalog kennt nur Rotlicht, aber keine Baustelle.“ Wer trotz Rotlicht noch die Ampel überfahre, sorge letztlich auch dafür, dass die so genannte „Räumphase“ nutzlos wird, die für den Verkehrsfluss notwendig ist. „Das kann für Chaos sorgen und sollte keine Schule machen“, so Radtke

Autofahrer beschweren sich zugleich darüber, dass in den Schlangen vor der Ampel regelmäßig keine Rücksicht genommen wird auf Fahrzeuge, die die Parkhäuser verlassen wollen. Zwar weisen Schilder darauf hin, die Ein- und Ausfahrten frei zu halten, doch werden diese Aufforderungen von stau-gestressten Fahrzeugführern gerne ignoriert.

Um die Situation etwas zu entzerren, hat das Ordnungsamt in der letzten Woche Schilder aufstellen lassen, die in Fahrrichtung Langer Kamp das Abbiegen nach links verbieten. Dadurch werden Blockaden durch Abbieger verhindert, die nicht durch die Schlange wartender Fahrzeuge hindurchkönnen.

Auch an anderer Stelle gab es baustellenbedingten Ärger. Unbekannte haben die Fußgänger-Umleitungsschilder von der Mittleren Brücke auf die Bahngleise geworfen – ebenso gefährlich wie riskant. Die Stadt hat deswegen bereits Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr gestellt. - tk

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