Geheimnisvolle Gassen und Verliese

"Dunkle Dichter": Autor aus Halver lässt es in Altena spuken

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Altena – Der Kinder- und Jugendbuchautor Markus J. Beyer aus Halver hat in der Stadtbücherei sein jüngstes Werk präsentiert. „Dunkle Dichter“ heißt es. Die Handlung spielt in Altena. „Hier passt sie perfekt her“, sagt der Autor – und erklärt auch, was der Burgaufzug und die engen Gassen der Stadt damit zu tun haben.

Herr Beyer, wieso spielt die Handlung Ihres neuen Buches in Altena?

Das Urmanuskript für die Geschichte ist schon sieben oder acht Jahre alt. Es war nur 60 Seiten lang, und ich habe die Geschichte ursprünglich für meine Kinder geschrieben. In dieser Fassung spielte die Handlung in einer nicht bekannten Stadt. Vor drei oder vier Jahren kam ich dann auf die Idee, das Ganze noch einmal zu bearbeiten.

Bei der Bearbeitung standen zwei Ideen im Vordergrund: Zum einen war mir wichtig, Goethe mit in die Geschichte einzubauen, er ist mein Lieblingsautor. Und zum anderen wollte ich die Geschichte eben konkret in einer Stadt verorten. Zuerst sollte es Wetzlar sein. Goethe hat dort gelebt und die Stadt ist sehr atmosphärisch.

Dann habe ich den Erlebnisaufzug zur Burg das erste Mal benutzt und sofort gewusst, hier in Altena muss die Geschichte spielen. Die Burg, die engen atmosphärischen Gassen, das Tal zur Lenne... Das passte einfach alles. Die Geschichte gehört nach Altena.

Sie beschreiben detailliert Wege durch die Stadt. Waren Sie für das Buch viel in der Stadt unterwegs?

Ich kenne Altena seit meiner Jugend. Ich bin in Plettenberg geboren, lebe inzwischen in Halver, also nicht so weit entfernt. Ich liebe die Burg. Zwei- oder dreimal im Jahr bin ich dort, gerade wenn Ritterfeste sind. Als für mich klar war, dass der Roman in Altena spielen soll, bin ich durch die Gassen gegangen, habe Fotos gemacht. Einige dieser Fotos habe ich nachgezeichnet und sie dann als Illustrationen mit in das Buch einfließen lassen.

Gab es darüber hinaus weitere Recherchen vor Ort, zum Beispiel zur Stadtgeschichte?

Für mich war irgendwann klar, dass die Geschichte im Jahr 1772 spielen soll. Also habe ich auch zur Stadtgeschichte recherchiert. Ich bin ohnehin geschichtlich interessiert. Bei den Recherchen hat mich das Stadtarchiv unterstützt und mir Material zugeschickt, das ich verwenden konnte.

Warum musste der Roman im Jahr 1772 spielen?

Der junge Goethe sollte auf alle Fälle mitspielen. Und da alles wirklich passen sollte, spielt der Roman 1772. In dem Jahr war Goethe gerade 23 Jahre alt. So alt ist mein Goethe im Buch auch – wobei ich am Ende offen lasse, ob mein Goethe der echte Goethe ist. 

Die Geschichte ist sehr geheimnisvoll geschrieben. Welche Orte in Altena haben Sie dazu inspiriert?

Sehr stark natürlich die Burg. Der Hauptschauplatz, das Verlies mit der Zisterne, der Turm. Das sind alles ganz tolle Schauplätze. Genauso die engen Gassen. Wenn man zur Burg geht, gibt es viele Schleichwege, alles ist unwahrscheinlich atmosphärisch. Wenn man sich das vorstellt, gerade jetzt in dieser Jahreszeit mit Nebel, dann ist das schon eine sehr spannende und gruselige Atmosphäre.

Wie sind Sie denn eigentlich zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon als Kind gern geschrieben. Als Zwölfjähriger habe ich für meinen Papa zum Geburtstag eine Saurier-Geschichte geschrieben, in der ein kleiner Dinosaurier Abenteuer erlebt. Dann hat sich das Schreiben einige Zeit im Sande verlaufen, kam aber im Studium wieder. Ich habe Lehramt studiert, bin heute auch hauptberuflich Lehrer.

Durch einen Traum bin ich wieder ans Schreiben gekommen. Ich habe etwas so intensiv geträumt, dass es mich tagelang nicht losgelassen hat, dann habe ich irgendwann gedacht: Hey, das musst du aufschreiben, das darfst du nicht vergessen. Die Geschichte wurde so immer länger und hatte am Ende schließlich auch schon 30 Seiten.

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