Viele Nutzer geben Online-Version den Vorzug

Duden verkauft sich in Altena nur schleppend

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Gerlinde Fuhrmann mit der neuen Auflage des Dudens. Nicht mehr viele haben diesen in gedruckter Form.

Altena - Die neueste Auflage des Dudens ist seit drei Tagen erhältlich. 5000 neue Wörter wurden beim neuen Exemplar hinzugefügt. Besonders in Städten wie Hagen und Siegen kommt das Werk gut an, schließlich wurden diese beiden Städtenamen neu aufgenommen. Doch wie viele Menschen besitzen eigentlich noch einen Duden? Und wie häufig wird er genutzt?

„Das Internet ist als Rechercheform handelsüblicher geworden“, erklärt Gerlinde Fuhrmann, Inhaberin der Friedrich Katerlöh Buchhandlung.

Handy bei vielen eher parat 

Man merke, dass viele Nachschlagwerke wie der Duden nicht mehr gekauft oder verschenkt würden. Das Handy sei bei vielen eher parat und somit die schnellste Suchmöglichkeit. 

„Von der neuen Auflage habe ich den letzten Tagen aber schon zwei verkauft, ein Exemplar wurde sogar vorbestellt“, erzählt sie stolz. 

Miriam Oerter, Lehrerin an einer Gemeinschaftsschule, nutzt lieber den Online-Duden. „Immer einen dicken Duden mitzuschleppen ist auf Dauer echt schwer. Da dieser auch online vertreten ist, nutze ich ihn dort häufiger“, erklärt sie. 

Nutzung vor allem in Klassenarbeiten

Ihre Schüler dagegen haben jederzeit die Möglichkeit, einen gedruckten Duden zu verwenden. In einer Klasse gibt es mindestens zehn Exemplare. „Der gedruckte Duden wird dort auch häufiger benutzt, als man glaubt, vor allem in Klassenarbeiten“, erzählt sie weiter. 

Seitdem es den Duden jedoch auch als App gebe, würden viele Leute eher die mobile Version als die gedruckte Ausgabe verwenden. Das sei komfortabler und gleichzeitig auch schneller. Das gesuchte Wort könne man einfach in die Suchleiste eingeben, anstatt es im Duden erst nachschlagen zu müssen. 

Auch Gundula Schulze aus dem Büro des Bürgermeisters hat noch ein Nachschlagwerk auf ihrem Schreibtisch liegen. „Ich benutze den Duden hin und wieder. Es ist eigentlich immer unterschiedlich, ob im Internet oder in Papierform“, erklärt sie. „In den Schriftlichen schaue ich immer, wenn der online nichts hergibt.“ 

"Ich versuche es erst online" 

Auch das Altenaer Kreisblatt hat noch gedruckte Ausgaben in der Redaktion. Allerdings wird auch dort meist erst auf den Online-Duden zurückgegriffen. „Ich versuche es erst online. Nur wenn online nichts herauskommt, greife ich zum Gedruckten“, erzählt Thomas Bender, Redaktionschef des Kreisblatts. 

Trotzdem wird die Redaktion mit der neuesten Auflage ausgestattet werden. Die gedruckte Ausgabe sei nämlich umfassender als die Version im Internet. Dort sei nicht alles aufgelistet. Und gerade als Redaktion müsse man immer auf dem neuesten Stand der Dinge sein. - Manon Sommer

-Manon Sommer

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