1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Dudelsäcke und Ritterliches: Zeitsprung-Reihe auf der Burg findet wieder statt

Erstellt:

Von: Jona Wiechowski

Kommentare

Der Verein Gräfliche Allianz Arnsberg Mark hat am Wochenende für Programm im Burghof gesorgt.
Der Verein Gräfliche Allianz Arnsberg Mark hat am Wochenende für Programm im Burghof gesorgt. © Jona Wiechowski

Kein normales Wochenende auf der Burg: Dudelsäcke spielten, der Geruch von Feuer lag in der Luft und dazu gab es noch viel mehr Ritterliches zu sehen als sowieso schon. Dafür hat der Verein Gräfliche Allianz Arnsberg Mark (Gral) im Rahmen der Zeitsprung-Reihe gesorgt, die nach viel zu langer Pause endlich wieder stattfinden konnte.

Altena – Das große Mittelalter-Fest in Altena musste auch in diesem Jahr ausfallen. Umso größer war die Freude bei Rolf Klostermann vom Gral-Verein, dass wenigstens ein bisschen Programm auf der Burg möglich war. Und das dann sogar im Doppelpack: „Sonst finden die Zeitsprung-Tage nur sonntags statt“, sagte er. Klostermann mischte sich als Johannes von Werminghusen – stilecht gekleidet mit Holzbrille und rot-weißem Gewand – unters interessierte Rittervolk.

Rüstungsteile und Waffen

Auf den Tischen im Burghof hatte er mit seinen Vereinskollegen allerhand Rüstungsteile und mittelalterliche Waffen ausgebreitet. Kinder und Erwachsene lernten hier, dass es sich bei einer Brigantine um eine schützende Lederweste mit Metallplättchen handelt. Oder, dass Ritter eine Haube unter dem Kettenschutz getragen haben, um zu verhindern, dass Haare hängen bleiben.

Faszinierend und ganz schön unbequem waren Fuß- und Handfesseln. Ausprobiert werden konnte auch eine Schandgeige – eine Fessel aus Holz, die Hals und Handgelenke umschließt. „Das war eine Ehrenstrafe“, sagte Klostermann. Schließlich habe es sich nicht um ein Folterinstrument gehandelt; vielmehr sei es darum gegangen, den Mitbürgern zu zeigen, dass jemand Blödsinn gemacht habe.

Dietrich von Brockhusen waltete über die Feuerstelle. Und wenn der, der eigentlich Dirk Genies heißt, nicht gerade Fladenbrot zubereitete, das damals auch gerne mal unterwegs auf einem heißen Stein gemacht worden sei, schaute er genau bei der Schwertprobe zu.

Hierbei musste das Schwert mit Daumen und Zeigefinger an der Spitze gehalten, in die Höhe gestreckt und gehalten werden. Damit habe man sichergestellt, dass ein Knappe das Schwert führen konnte. Sicher sei es deutlich einfacher, das Schwert normal am Griff zu halten. „Im Kampf mussten aber immer noch Reserven da sein.“

Berliner Familie macht Musik

An beiden Tagen sorgte die Berliner Band „Bene Vobis“ für mittelalterliches Programm – „ohne Strom und ohne Nebelmaschine“. Dudelsäcke kamen genauso zum Einsatz wie Schalmei, Davul und Crash-Baum.

„Das ist in diesem Jahr unser zweiter Auftritt“, erzählte Vater Oli im Gespräch. Als fünfköpfige Familie ziehen sie sonst durchs ganze Land, bespielen Mittelaltermärkte und Festivals. Wegen Corona war das zuletzt deutlich eingeschränkt. Zwischendurch erzählte Mutter Iris, natürlich nur unter ihrem Mittelalter-Namen Gluckrezia von Sorgia, Geschichten und Sagen.

18 Variationen Met gab es am Stand der Metwabe aus Willich. Met, auch Honigwein genannt, ist ein alkoholisches Getränk aus Honig und Wasser. „Met erlebt gerade eine Renaissance”, berichtete Marcel Baumeister am Stand. Die Leute achteten mehr auf Qualität. Und von der konnten sich Interessierte vor Ort überzeugen.

Auch interessant

Kommentare