Drogeriemarkt: Stadt ist am Ball

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Die Schließung der Schlecker- und Ihr Platz-Filialen reißt Lücken ins Innenstadt-Sortiment.

ALTENA - Zwei Schlecker- und eine Ihr Platz-Filiale sind in der Innenstadt geschlossen worden – das reiße eine weitere Lücke in das ohnehin nicht komplette Sortiment, meinen die Grünen und wollten im Rat von der Verwaltung wissen, ob und welche Initiativen sie ergriffen hat, um das Problem zu lösen. Das sei dringend notwendig, weil sonst weitere Kaufkraftverluste drohten, sagte Fraktionssprecher Oliver Held.

So sieht das auch die Stadtverwaltung – deshalb sei die Wirtschaftsförderung bereits aktiv geworden und habe die noch existierenden Ketten angesprochen, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, ohne allerdings allzu große Hoffnungen machen zu wollen: „Allein im Märkischen Kreis sind sieben Gemeinden in der gleichen Situation“. Die Schlecker-Insolvenz habe bundesweit große Lücken gerissen, die Konzernzentralen beispielsweise von dm und Rossmann würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Anfragen besorgter Stadtverwaltungen überschwemmt.

Nackte Zahlen zeigen das Ausmaß der Misere: Die Schlecker-Gruppe hat bundesweit über 8000 Filialen betrieben, Rossmann und dm haben zusammen knapp 4000 Filialen – das setzt den Expansionsmöglichkeiten Grenzen.

Hinzu komme, so Hollstein, ein für Altena typisches, strukturelles Problem: Es ist kaum möglich, potenziellen Interessenten passende Ladenlokale anzubieten. „Drogeriemärkte mit einer Fläche unter 500 Quadratmeter spielen im Vermietungsgeschehen eine untergeordnete Rolle“, schreibt das auf die Branche spezialisierte Immobilienmanagement CBRE. Die durchschnittliche Filialgröße liege bei 700 Quadaratmetern, Neueröffnungen seien noch größer – und solche Läden gebe es in der Innenstadt eben nicht, sagte der Bürgermeister.

von Thomas Bender

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