Drogen-Plantage: "Gärtner" legt Geständnis ab

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Die riesige Drogen-Plantage fand die Polizei im Haus an der Bachstraße.

Altena –Der Mann, der über Monate eine riesige Drogen-Plantage für ein Ehepaar in Altena gepflegt hat, legte nun ein Geständnis ab - mit interessanten Details.

Mit einem weitgehenden Geständnis wurde das Drogen-Strafverfahren gegen drei Angeklagte vor dem Landgericht fortgesetzt. Der 38-jährige Vietnamese, der in Altena wohnte, gab zu, dass er die Marihuana-Plantage in dem leer stehenden Mehrfamilienhaus an der Bachstraße nach Anweisungen der beiden Mitangeklagten und eines weiteren Mittäters gepflegt hatte. 

Dafür durfte er in dem Haus kostenfrei wohnen und wurde mit Nahrung versorgt. Während seiner Zeit in Altena habe er sich fast ausschließlich dort aufgehalten und das Haus nur gelegentlich verlassen. 

Schulden bei Schleppern

Pro Ernte habe er 2500 bis 3000 Euro bekommen, die direkt an seine Familie nach Vietnam gingen, für deren Unterhalt und zur Begleichung der Schulden von 15.000 US-Dollar, die der 38-Jährige einer Schlepperorganisation schuldete.

 „Er weiß nicht, wer das Geld überwiesen hat. Er weiß nur, dass seine Familie das Geld bekommen hat“, übersetzte der Dolmetscher die Aussage des Angeklagten. Dieser versicherte erneut, dass er mit der Vermarktung der Drogen nichts zu tun gehabt habe. 

Umso mehr konnte er über die Abläufe in der Plantage erzählen. Er bestätigte, dass beide Mitangeklagten sich regelmäßig in dem Haus aufhielten. Die 54-Jährige sei eine weitläufige Verwandte. Zur Frage, ob sie seine Tante sei, äußerte er sich auf Anraten seines Verteidigers nicht. 

Vier Ernten abgearbeitet

Während sie hauptsächlich in der Plantage tätig gewesen sei, habe ihr deutscher Mann sich vor allem um die Versorgung gekümmert: Erde, diverse Düngemittel, Unkrautvernichter und die gesamte technische Anlage zum Drogenanbau. 

In diesem Haus an der Bachstraße wurden die Pflanzen über Monate hinweg angebaut.

Bei seiner Ankunft in Altena Ende 2018 sei die Plantage noch nicht vollständig aufgebaut gewesen. Die Frage, wie viele Ernten seitdem eingefahren wurden, hatte der 38-Jährige bei der Polizei beantwortet: Vier seien es gewesen, die fünfte Ernte stand bevor, als die Polizei die Plantage entdeckte. 

Vor Gericht wollte der Angeklagte diese Angaben nicht bestätigen. Auch die Auskünfte über die geerntete Menge schwankten zwischen acht und 14 Kilogramm. 

"Kannte nur meine Aufgaben"

Die Täter ernteten immer nur die Hälfte der auf mehrere Räume verteilte Plantage ab. Jeweils ein bis zwei Kilogramm seien in Plastikbeutel verpackt worden. Was damit geschehen sei, wisse er nicht: „Ich kannte nur meine Aufgabe.“ 

Für die Stromversorgung der Plantage hatten die Angeklagten einen Stromzähler überbrückt. Die Polizei fand 24 Natriumdampflampen mit je 600 Watt Leistung, die bei vollem Betrieb fast 15 Kilowatt Strom verbrauchten. 

Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Altena berichtete von der Entdeckung der Plantage im leer stehenden Haus. Ab Mai 2019 sei dort mehrfach starker Cannabis-Geruch entströmt, den die Nachbarn wahrnahmen

In einer auch mit Industriebetrieben dicht besiedelten Umgebung sei es aber schwierig gewesen, die Quelle zu finden.

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