Drogen an Jugendliche verkauft: Altenaer verurteilt

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Marihuana hat ein Altenaer an Jugendliche verkauft

Altena – Drogen hat ein Altenaer (33) an Jugendliche verkauft. Das gestand er aber erst nach zwei Stunden vor Gericht, weil er nicht wieder ins Gefängnis wollte.

Rund zwei Stunden brauchte ein 33-jähriger Altenaer, um sich im Amtsgericht zu einem Geständnis durchzuringen. Danach war klar: Er hatte am 5. September ein Gramm Marihuana an einen 16-Jährigen und seinen Freund verkauft und sechs Wochen später 28 Gramm Marihuana und ein paar Gramm Ecstasy -  in einem Tresor neben einer Schreckschusspistole  - in einer Wohnung aufbewahrt, die der eigentliche Mieter vorübergehend nicht bewohnte. 

„Ich wollte mich entschuldigen dafür, dass ich die Taten so spät gestanden habe. Ich hatte Angst davor, wieder ins Gefängnis zu müssen“, erklärte der Angeklagte. 

Das blieb ihm erspart: Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und 200 Sozialstunden. 

16-Jährigem bekommt Joint gar nicht

Dem minderjährigen Marihuana-Konsumenten, der die Drogen nach eigenen Angaben zum ersten Mal probieren wollte, war der Joint nicht gut bekommen. „Ich habe sechs, sieben Mal gezogen, dann wurde mir schwindelig. Ich habe keine Leute mehr erkannt.“ 

Sein etwas älterer Mitraucher, der nicht zum ersten Mal konsumierte, vertrug das Marihuana besser. Etwas ungewöhnlich wirkte der Zeitpunkt, zu dem die beiden sich bekifft hatten: Am Tag nach dem Erwerb beim Angeklagten hatten die beiden „vor der Schule geraucht“. 

Der Angeklagte hatte zunächst behauptet: „Die beiden Jugendlichen kenne ich nicht. Ich habe sie noch nie gesehen.“ Beide identifizierten den Altenaer allerdings eindeutig. 

Drogen und Waffe im Tresor gefunden

Bei der größeren Marihuana-Menge hatte der eigentliche Mieter die Polizei benachrichtigt, weil er seine Wohnung bei seiner Rückkehr in einem chaotischen Zustand vorgefunden hatte. Es war deshalb wenig glaubwürdig, dass er die Drogen gehortet haben sollte. 

Für den Angeklagten als Besitzer sprachen auch Personaldokumente, die die Polizei in dem Tresor neben den Drogen fand. Es schien durchaus glaubwürdig, dass der Angeklagte sich aus der Drogenszene herausgearbeitet hat. Er suche Arbeit, versicherte er. 

Dass seit den beiden Taten drei Jahre bis zur Verhandlung vergangen waren, lag offenbar an allen Beteiligten. Es hatte mehrere Anläufe vor Gericht gegeben, bei denen entweder der Angeklagte oder Zeugen fehlten.

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