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Dringender Appell: Hochwasseropfer müssen Antrag auf Unterstützung zügig stellen

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Von: Thomas Bender

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Sie alle können helfen: Stadt, Caritas und DRK rufen wie auch die Fluthelfer von C und E dazu auf, Hochwasserhilfen zu beantragen.
Sie alle können helfen: Stadt, Caritas und DRK rufen wie auch die Fluthelfer von C und E dazu auf, Hochwasserhilfen zu beantragen. © Bender, Thomas

Wer denn alles in Altena Hochwasserhilfen beantragt habe – bei den Informationsveranstaltungen in den vergangenen Wochen hoben sich nach dieser Frage stets nur ein paar wenige Hände. Deshalb wenden sich Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen jetzt noch einmal mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit

Wer durch das Hochwasser Schäden erlitten hat, soll dringend den Antrag auf die Hochwasserhilfen des Landes stellen. Das muss innerhalb der nächsten sieben Monate passieren. „Die Antragsfrist endet am 30. Juni 2023. Es wird keine Verlängerung geben“, sagte Stadtkämmerer Stefan Kemper jetzt bei einem Pressegespräch. Anlass: Die Beratung von Hochwasseropfern soll noch einmal intensiviert werden.

Verlässliche Zahlen hat die Stadt nur über das, was in ihrer Regie gelaufen ist. Das war die Auszahlung der Soforthilfen unmittelbar nach der Katastrophe. 411 private Haushalte bekamen damals Geld. Zusätzlich zu einem Sockelbetrag von 1500 Euro pro Haushalt standen für jede weitere Person aus dem Haushalt 500 Euro bereit.

Geld vom Land kam schnell und unbürokratisch

Dieses Geld stellte das Land schon wenige Tage nach dem Hochwasser bereit, um unbürokratisch die notwendigsten Anschaffungen zu ermöglichen. Anschließend folgte ein Programm, über das nicht versicherte Privatleute 80 Prozent ihrer Schäden an Hausrat und Gebäuden vom Land bekommen konnten. Um den Betroffenen bei der Beantragung dieser Mittel Hilfestellung zu bieten, holte die Stadt den Kreis, die Caritas und das DRK ins Boot. In der Begegnungsstätte Freiheit26 wurden regelmäßige Sprechstunden organisiert, es waren aber auch Mitarbeiter der Hilfsorganisationen in den Überschwemmungsgebieten unterwegs. Außerdem wurden alle, denen Soforthilfen gewährt worden war, mehrfach angeschrieben und auf die Hilfsangebote hingewiesen. „Viele haben uns gesagt, das schaffen wir allein’“ berichtet DRK-Kreisgeschäftsführer Patrick Hülle aus diesen Gesprächen. „Es wird aber auch Leute geben, die überfordert sind und den Kopf in den Sand stecken“, vermutet Caritas-Geschäftsführer Stefan Hesse. Gerade in diesen Fällen seien vielleicht auch die Nachbarn gefordert, meint er und bittet darum, Flutopfer einfach mal zu fragen, ob sie die Hilfen in Anspruch genommen haben.

Wie viele Altenaer bisher Fluthilfe beantragt haben, lässt sich nicht genau ermitteln – wenn die Helfer gemeinsam mit den Betroffenen den Antrag fertiggestellt hatten, wurden die Daten aus Datenschutzgründen gelöscht. Das Land gab die Zahl der aus Altena eingegangenen Anträge im Juli mit 212 an, es ging dabei um einen Schaden von 3,6 Millionen Euro.

Wieder mehr Anfragen

Das könne eigentlich nicht alles sein, meinen Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen angesichts der Verwüstungen in manchen Teilen der Stadt. Bei der derzeit laufenden Begehungen durch die Projektsteuerer des Büros C und E habe sich dieser Eindruck bestätigt, sagte Stefan Kemper. „Es kommt wieder in Fluss“, bestätigt Susanne Strübli, die als DRK-Streetworkerin Flutopfer berät und momentan wieder mehr Anfragen verzeichnet. Sie bietet weiterhin Sprechstunden in der Freiheit26 an, allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung. Angedacht ist auch, in Kürze auf dem Wochenmarkt noch einmal auf die Fluthilfe aufmerksam zu machen. Bei der gehe es nicht um Hilfsbedürftigkeit, betont Anette Wesemann, die sich in der Verwaltung um dieses Thema kümmert: „Das kann und soll jeder beantragen.“ Das gelte auch, wenn nur der Verdacht auf einen Schaden besteht.

Hilfe erhalten Flutbetroffene bei der Caritas in Altena (Werdohler Straße 3), nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter Tel. 02352/91930 oder beim Märkischen Kreis in Lüdenscheid, Tel. 02351/9666850 sowie bei den Streetworkern des DRK Aykut Aggül, Tel. 0171/9747646, oder Susanne Strübli, Tel. 0171/9747193.

Hochwasserschutzfibel mit nützlichen Tipps

Seit Juli 2021 sind viele Altenaer für das Thema Hochwasserschutz sensibilisiert. Das zeigte sich unter anderem, als das THW zu einer Informationsveranstaltung einlud und den Bürgern zeigte was zu tun ist, wenn das Wasser kommt. Im kommenden Jahr soll es unter Umständen ähnliche Veranstaltungen geben. Bereits terminiert ist eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung mit der Firma C und E, an die das Projektmanagement für die Beseitigung der kommunalen Hochwasserschäden vergeben worden ist: Am 6. Dezember ab 18 Uhr wird in der Burg Holtzbrinck informiert, welches die nächsten Schritte sein werden. Neben der Beseitigung der Schäden geht es auch um die Frage, wie man sich zukünftig schützen kann. Antworten darauf finden sich unter anderem in einer „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

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