Bis zu drei Züge pro Tag: Immer wieder Audis

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Gut verpackt fahren Züge mit nagelneuen Audis mehrmals täglich auch durch Altena.

ALTENA ▪ Was haben der Audi TT von Herrn Lee in Shanghai und der A 4, mit dem Mrs. Brown durch Texas juckelt, mit Altena zu tun? Eine Frage, bei der es ausnahmsweise mal nicht um Draht geht, sondern um die Bahn: Die beiden Autos sind bereits in Altena gewesen.

150 000 Fahrzeuge aus Ingolstädter Produktion fahren nämlich pro Jahr mit dem Zug durch die Burgstadt – Tendenz steigend.

Transportlogistik

„Werksentsorgung“ nennt sich das, was die in Eschborn bei Frankfurt ansässige Firma ATG Autotransportlogistic für Audi und andere Hersteller erledigt – konkret: Sie sorgt dafür, dass die Autos vom Band zum Kunden kommen. Fast 6000 eigene Eisenbahnwaggons hält das Unternehmen vor, ein beachtlicher Teil davon pendelt zwischen Ingolstadt und dem Außenhafen im ostfriesischen Emden. Dort werden die Exportfahrzeuge von Audi nach Übersee verschifft.

Die Bahn-Tochter Schenker ist dafür verantwortlich, dass die ATG-Waggons nach Emden kommen und wählt dabei für zwei bis drei Züge pro Tag eine Route, die auch die Ruhr-Sieg-Strecke einschließt. Vielen Altenaern fallen sie vor allem deshalb auf, weil viele der Autos gut verpackt sind – wie maßgeschneidert wirkende, weiße Stoffhauben schützen sie vor Funkenflug vom Fahrdraht und anderen Beschädigungen und Verschmutzungen während der langen Bahnfahrt.

Bundesweite Schlagzeilen

Umweltfreundlich ist das ganze natürlich auch – jeder Güterzug ersetzt wenigstens zehn Lastwagen. Bundesweite Schlagzeilen machte der Schienentransport der Audis dann Ende letzter Woche, weil er dafür sorgt, dass in der Oberleitung der Ruhr-Sieg-Strecke jetzt Ökostrom fließt, zumindest theoretisch. Audi ist nämlich Bahnangaben zufolge Deutschlands erster Autohersteller, der das Angebot Eco Plus nutzt. Es garantiert einen CO2-freien Transport.

Das Prinzip ist einfach: DB Schenker berechnet, wie viel Strom für die Züge mit den Audis verbraucht wird und kauft an Strombörsen die entsprechende Menge regenerativ erzeugte Energie ein, die dann in das bahninterne Netz eingespeist wird. Die Mehrkosten für den Ökostrom zahlt Audi.

Umweltfreundlicher Transport mit der Bahn

„Dass wir uns für Eco Plus entschieden haben, ist ein weiterer bedeutender Meilenstein in unserer Umweltstrategie. Wir können dadurch Emissionen von Anfang an vermeiden“, erklärt Dr. Ernst-Hermann Krog, Leiter Markenlogistik der Audi AG. Weit über 5000 Tonnen CO2 werden durch den umweltfreundlichen Bahntransport auf der Schiene jährlich eingespart. ▪ Thomas Bender

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