Drei Jahrhunderte Draht

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Karlheinz Munz, Geschäftsführer von Nedschroef Altena, in der hochmodernen Produktionshalle. -

ALTENA - Eigentlich sollte schon im letzten Jahr gefeiert werden, aber die Folgen der Wirtschaftskrise ließen den Termin als ungeeignet erscheinen.

Jetzt sind fast 1000 Einladungen verschickt, die stilecht von einer Schraube zusammengehalten werden, und am Freitag und Samstag wird an der Westiger dem Anlass entsprechend gefeiert – und der Anlass ist kein alltäglicher: Seit 1709 wird am Standort Draht verarbeitet; erst zu Nadeln, später Nieten, dann Sprungfedern und später Blechschrauben.

Heute verlassen jährlich 2,2 Milliarden Schrauben das Werk an der Westiger Straße. 200 Menschen sind hier beschäftigt, sorgen für rund 55 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

In Nedschroef-Regie wird das einstige Lennewerk seit 1990 geführt. Den Einstieg in die Automobilindustrie wagte man 1994. Heute gehen 95 Prozent der Produktion in den Automotive-Bereich. Nedschroef hat sich dort einen Namen gemacht, alle großen Hersteller zählen zu den Abnehmern. So ist das Unternehmen zum Beispiel einziger europäischer Zulieferer von Toyota. Die Herstellungsstätte in der Nette gilt als eines der modernsten Werke zur Herstellung von Kleinschrauben. Karosserieteile werden damit ebenso befestigt wie Motorkomponenten und Innenraumteile. Um die Zukunft der Automobilindustrie ist Karlheinz Munz im Übrigen nicht bange. Die deutschen Autobauer würden auch auf dem Weltmarkt „bald wieder die Nase vorn haben“, sagt Munz. „Da werden im Moment schöne Sachen geplant.“

Gefeiert wird das Neschroef-Jubiläum am Freitag und Samstag. Zunächst gibt es einen Kunden- und Lieferantentag, zu dem etwa 350 Gäste auch aus dem Ausland erwartet werden. Die Wareneingangshalle wird dabei zum Festssaal umgestaltet. Für 12.30 Uhr sind dort Grußworte und Reden von Karlheinz Munz und dem Vorstandsvorsitzenden der niederländischen Holding, W. C. Mezger, vorgesehen. Den Festvortrag hält Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen über aktuelle Trends in der Automobilindustrie.

Der Samstag ist dann als Familientag geplant. Hier rechnet die Firmenleitung mit etwa 400 Besuchern. - tk

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