Mysteriöses auf der Lennebrücke

+
Die wichtigsten Personen am Set auf der Lennebrücke: Kameramann Emre Erkmen, Julia Jentsch (weibliche Hauptrolle), Regisseurin Asli Özge, Sebastian Hülk (Karsten) und Produzent Fabian Massah.

Altena - Vier ganz besondere Komparsen erscheinen pünktlich um 12.45 Uhr zum Dreh. Vier große Schwäne schweben im malerischen Langsamflug tief über die Lennebrücke zum Lengelsen bei Wilhelmstal – ob sie es in den Film schaffen, wird man frühestens im Herbst 2015 sehen.

Die Berliner Filmproduktion EEE hat sich bei den Dreharbeiten für den Kinofilm „Auf einmal“ am Donnerstag erstmals etwas mehr über die Schulter schauen lassen und die Hauptdarsteller präsentiert. Es handelt sich um Julia Jentsch und Sebastian Hülk. Julia Jentsch ist bekannt aus Filmen wie „Sophie Scholl“ und „Die Auserwählten“. Sebastian Hülk stand für „Das Weiße Band“, „Oktober November“ und „Inglorious Basterds“ vor der Kamera. Regie führt Asli Özge, die zuvor für Filme wie „Lifelong“ und „Men on the Bridge“ verantwortlich zeichnete. Beide Filme wurden mehrfach ausgezeichnet.

Es ist Drehtag 27. Auf der kleinen Lennebrücke wird eine Szene mit „Karsten“ und seiner Freundin gedreht. „Wir brauchten einen landschaftlich reizvollen Hintergrund“, erklärt Produzent Fabian Massah. Nein, eine romantische Szene werde das trotzdem nicht – mehr ist dem Filmemacher zur Szene 57 nicht zu entlocken. Am Ende wird der Film um die 110 Szenen haben – „das ist eine gängige Größe bei Spielfilmen“, weiß Massah.

An die 40 Köpfe umfasst das Filmteam an diesem kühlen Tag. Unter den Kostümen tragen einige Darsteller Thermokleidung. Und es wird nicht nur personeller Aufwand betrieben, auch verkehrstechnischer. Weil der Verkehrslärm der nahen Bundesstraße 236 die akustische Atmosphäre auf der Brücke nicht stören soll, sind in beiden Fahrtrichtungen jeweils etwa 100 Meter vor der Brücke Bedarfsampeln aufgestellt worden – sie springen auf Rot, wenn Ton und Kamera laufen. Was auch immer auf der Brücke zwischen Karsten und seiner Freundin geschieht, es soll nicht durch das Grollen von 40-Tonnern unterbrochen werden.

Insgesamt sind für „Auf eimal“ 39 Drehtage angesetzt, davon der Löwenanteil von 35 Drehtagen in Altena und der unmittelbaren Umgebung. „Auf einmal“ ist der erste deutschsprachige Kinofilm von Asli Özge. Es handelt sich um eine Koproduktion mit WDR-Arte, den Goldene-Palme-Gewinnern Haut & Courte aus Frankreich und der niederländischen Topkapi-Films. Förderpartner sind die Filmstiftung NRW, das Medienboard Berlin-Brandenburg und der Deutsche Filmförderfonds. Die Firma MFA+ soll den deutschen Kinoverleih übernehmen. - Von Thomas Keim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare