Steigende Kosten, sinkende Mitgliederzahlen

Drastische Sparpläne: Pfarrei im MK gibt zwei Kirchen auf

St. Theresia in Evingsen
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Diese Kirche wird aufgegeben.

Steigende Kosten, sinkende Mitgliederzahlen: Viele Pfarreien im MK sind unter Zugzwang. Eine sieht sich jetzt zum Handeln gezwungen und gibt gleich zwei von drei Kirchen auf.

Altena – Die Lage in der Gesamtpfarrei St. Matthäus ist äußerst vertrackt: Die Zahl der Gemeindemitglieder sinkt, die Kosten steigen. Konkrete Auswirkungen wird das nicht nur für St. Josef in Nachrodt haben, sondern auch für St. Theresia in Evingsen.

Die katholische Gemeinde dort gehört erst seit vergleichsweise kurzer Zeit – seit 2007 – zur Gesamtpfarrei St. Matthäus. Die Tage der Immobilien in Hand der katholischen Kirche, gemeint ist das Gotteshaus mit den angrenzenden Gemeinderäumen, sind gezählt. So steht es im Pfarrentwicklungskonzept von 2017.

St. Theresia: Ab 2025 fließt kein Geld mehr

Darin ist für St. Theresia als Fazit zu lesen: „Die Kirche ist beziehungsweise erscheint für die pastorale Entwicklung der Pfarrgemeinde nicht unbedingt notwendig. Es liegen Gründe vor, ihre Schließung vorzunehmen. Über die Erfüllung der Verkehrssicherungs-pflichten hinaus werden keine Maßnahmen durchgeführt. In dieser Kirche finden keine pastoralen Angebote mehr statt.“

Gelten soll das ab dem Jahr 2025. Das heißt: St. Theresia hat also zeitlich noch etwas Luft, aber das Ende ist besiegelt. Das Konzept hat der Ruhrbischof abgesegnet. „Es wird so kommen, es ist kein Geld mehr da“, sagt Pfarrbeauftragte Sandra Schnell. Man müsse auch die Umstände sehen: „Die Räume passen nicht mehr zur Größe der Gemeinde.“

Handlungsfähigkeit sicherstellen

Denn, so steht es im Pfarrentwicklungskonzept, „durch die Entwicklung der Zahlen der Katholikinnen und Katholiken in der Pfarrei St. Matthäus, die sich seit den 70er Jahren abzeichnet, wird deutlich, dass die Gemeinden Jahr für Jahr kleiner werden.

Daher ist eine grundlegende pastorale und wirtschaftliche Neuausrichtung erforderlich, um die Handlungsfähigkeit der Pfarrei, zunächst bis in das Jahr 2030, sicherstellen zu können. Dazu sind wir als Pfarrei im Interesse der zukünftigen Generationen, die ihren Glauben in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde aktiv leben wollen, bereit.“

Ökumenisches Zentrum für Evingsen im Blick

Zur Gesamtpfarrei St. Matthäus mit St. Theresia und St. Josef gehören aktuell rund 5000 Katholiken, berichtet Sandra Schnell. Genauere Zahlen, etwa wie viele Christen zu St. Theresia gehören, habe sie nicht.

Aber wie soll es weitergehen, wenn die kirchlichen Immobilien in Evingsen ab 2025 abgewickelt werden? Dazu trifft das Pfarrentwicklungskonzept eine Aussage, wenn auch vage: „Das Ziel in Evingsen sollte ein ökumenisches Zentrum zur gemeinschaftlichen Nutzung sein. Es wird daher angestrebt, eine Kooperationsvereinbarung mit der Evangelischen Gemeinde zu erreichen. Bei diesen Gesprächen planen wir gemeinsam, den Ortsteil Dahle mit einzubeziehen.“

Knieper: „Ganz, ganz traurig“

Eine, die sich über Jahrzehnte in der Evingser Gemeindearbeit engagiert hat, ist Hedwig Knieper. Sie sagt zur Entwicklung: „Ich finde das ganz, ganz traurig.“ Rund 30 Jahre war sie aktiv, kümmerte sich besonders um die KFD, bereitete die Kommunionkinder vor und wirkte auch in der Kolpingsfamilie mit. Sogar im hohen Alter von 81 Jahren trägt sie jetzt noch zum Gemeindeleben bei, wenn auch nur in kleinem Rahmen.

Sie kümmert sich ein wenig um die Außenanlage der Kirche. „Was ich in einer halben Stunde schaffe, ist in Ordnung. Mehr kann ich gesundheitlich nicht mehr.“ Das das Aus für St. Theresia kommen würde? „Das haben wir schon oft befürchtet. Es gibt keinen Nachwuchs.“

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