Digitales Erlebnisprogramm

Als Detektiv durchs Museum: So kommt der Biparcours bei Besuchern an

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Altena – Schon 2017 hat das Drahtmuseum damit begonnen, seine Ausstellung zu einem digitalen Erlebnisparcours zu machen. Dieses Projekt ist inzwischen abgeschlossen, der sogenannte Biparcours im festen Angebot des Museums integriert. AK-Reporter Maximilian Birke hat das Programm auf die Probe gestellt.

Gut vorbereitet komme ich am Nachmittag im Drahtmuseum an. Wichtig für den Biparcours ist die gleichnamige App, die ich schon im Voraus auf meinem iPhone installiert habe. Im Drahtmuseum werde ich bereits von Bernadette Lange erwartet, die bei der Kreisverwaltung angestellt und für Museumspädagogik zuständig ist. Mit ihr wartet Amrie Bathe. Sie absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr und möchte den Biparcours ebenfalls einmal testen.

Bernadette Lange erklärt zu Beginn: „Normalerweise würde man hier in Teams antreten. Größere Gruppen wie beispielsweise Schulklassen sind häufige Teilnehmer beim Parcours.“ Danach kann es losgehen. Und eins merke ich schnell: Der Biparcours hat einen starken Wettbewerbscharakter. Ich bekomme verschiedene Fragen gestellt, die möglichst schnell und natürlich möglichst richtig beantwortet werden müssen. Lange erklärt, dass dadurch die Schüler auf andere Weise erreicht würden. Jedes Team möchte gewinnen.

Amrie Bathe (links) und Bernadette Lange (rechts).

Bevor ich die Fragen angezeigt bekomme, muss ich aus einer Liste den Ausstellungsraum auswählen, in dem ich mich gerade befinde. Erst dann gibt es die passenden Fragen. Für mich geht es im Raum „Draht wird gezogen“ los. Die Antworten fallen mir nicht schwer und ich merke sofort, dass das Kassenklingen, das bei jeder richtigen Antwort aus dem Handylautsprecher ertönt, zum Weitermachen anspornt. Das erste Mal knifflig wird es, als es nicht mehr um Fragen mit drei Antwortmöglichkeiten geht, sondern darum, anhand eines Modells zu beschreiben, wie Drahtziehen funktioniert. Bernadette Lange gibt den Tipp, dass die Bedeutung der Wasserkraft in dem Text eine wichtige Rolle spielt.

Also lasse ich sie mit einfließen. Der Text ist am Ende schnell getippt, aber das Modell habe ich drei mal eingeschaltet, um den Vorgang komplett zu verstehen. Ohne die App wäre ich wahrscheinlich nach dem ersten Mal weitergegangen. Die investierte Zeit macht sich bezahlt: 300 Punkte bekomme ich für meine Antwort. Das ist die volle Punktzahl. Gut aufpassen muss ich auch bei einem Info-Film. Die Antwort auf die Biparcours-Frage befindet sich mitten in dem Vortrag, der mehrere Minuten lang ist. Auch hier bin ich deutlich aufmerksamer, als ich es wohl normalerweise wäre und lasse mich nicht nur berieseln, sondern suche nach der Information, die für das Weiterkommen wichtig ist.

Das nimmt auch Bernadette Lange so wahr. „Gerade die jungen Teilnehmer sind deutlich fokussierter. Ich glaube, sie nehmen mehr mit als bei einer normalen Führung. Allerdings merkt man manchmal auch, dass durch den Fokus auf bestimmte Informationen andere Themen oder Exponate ausgeblendet werden.“ Diese Erfahrung mache ich bei meinem Durchlauf ebenfalls: Wer machte den himmlischen Blitz zum elektrischen Funken? Das möchte die App von mir wissen. Die Antwort darauf finde ich in den Ausstellungsräumen zu „Elektrizität und Kommunikation“.

So sieht die Biparcours-App aus.

Auch ich überfliege die Texte nur, ausschließlich auf der Suche nach dem passenden Namen – und werde auch nach einiger Zeit fündig: Benjamin Franklin war es, der das bei einem Experiment schaffte. Kurz vor dem Ende werde ich dann auch noch zum Detektiv: Ich muss ein Ausstellungsstück suchen und fotografieren, um beim Biparcours weiterzukommen. Und ich muss schätzen, wie viele Drahtbäume sich an der Lennepromenade und vor dem Museum befinden.

Danach ist der Durchlauf beendet. 46 Minuten habe ich gebraucht, eine Frage leider falsch beantwortet. Das Ergebnis ist trotzdem nicht schlecht und Spaß hat es allemal gemacht. Wenn mehrere Gruppen teilnehmen, ist es bestimmt noch spannender. Und man wird schneller sein, weil dann viele Menschen gleichzeitig nach den Informationen Ausschau halten. Am Ende bleibt die Gewissheit: Der Biparcours ist ein zeitgemäßes und spannendes Angebot vor allem für junge Menschen. Und: Amrie Bathe war schneller als ich..

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