Drahtbranche atmet auf: Gute Gespräche auf wire

Die Kurven weisen nach oben.

ALTENA - „Gut“, „sehr gut“, „wir sind zufrieden“ - am vorletzten Tag der wire zogen die Altenaer Firmen durch die Bank ein positives Fazit. Von Thomas Bender

„Seit Dienstag läuft es sehr gut“, berichtete zum Beispiel Fritz Uwe Finkernagel, der bis Donnerstagmittag schon 17 der 20 größten Kunden begrüßen konnte – alle hätten berichtet, dass der Bedarf an Draht weiter zunehme. Die Kehrseite der Medaille nannte Jürgen Hesse: „All‘ unsere Abnehmer sind gut beschäftigt – bis zum 30. Juni“. Diesen Trend bestätigte Peter Wilm Schmidt von Lüling und wünschte sich „eine Glaskugel“ um zu wissen, was das zweite Halbjahr bringt. Vielen Unternehmern mache die Entwicklung der Walzstahlpreise große Sorgen Einen „hochroten Kopf“ habe er bekommen, als die Lieferanten des Vormaterials entgegen aller Gepflogenheiten für Mai eine weitere Preiserhöhung angekündigt haben, gestand Eckart C.L. Lüling. Der Geschäftsführer der Firmen Wagener, Künne und Drahtwerk Altena hofft, dass die damit zwangsläufig verbundenen Preiserhöhungen das zarte Aufschwungs-Pflänzchen nicht beschädigen. Hintergrund für die Preiserhöhung sei die drastischer Verteuerung sowohl von Erz als auch von Eisenschrott.

„Es sind viele Entscheider unterwegs“, das fiel Monika Brüninghaus, Prokuristin im gleichnamigen Drahtwerk in der Nette auf – die Delegationen der einzelnen Kunden seien kleiner, aber sehr hochkarätig, hat auch Markus Giese, Prokurist in der vom Hofe-Gruppe, beobachtet. Die Gespräche, die auf der Messe geführt worden seien, bezeichnete er als „sehr gezielt und konkret“ – und: Es habe durchaus Besucher gegeben, die anschließend ganz konkret formulierte, schriftliche Anfragen aus der Tasche zogen hätten.

Die wire diene in allererster Linie der Pflege bestehender Kontakte – auch in dieser Einschätzung herrschte unter den Altenaern Einigkeit. „Der Markt ist eben mehr oder weniger aufgeteilt,“ sagte Jürgen Hesse. Ümit Atalay von AT wire aus Evingsen hingegen berichtete über sehr viele neue Kundenkontakte – vielleicht auch eine Folge der ausgesprochen guten Lage des Standes direkt am Durchgang zwischen den Hallen neun und zehn. Die Gespräche hätten bereits zu ersten, ganz konkreten Anfragen geführt, freute sich der Verkaufsleiter des jungen Unternehmens. Über zwei, drei kleinere „Probeaufträge“ bisher unbekannter Kunden freute man sich bei Finkernagel. „Es ist immer was los“, berichtete Klaus-Dieter Fingerhut am Gemeinschaftsstand von Claas und Klincke. Der neue, für große Abmessungen geeignete Drahtzug wecke das Interesse auch neuer Kunden, weil er ganz neue Möglichkeiten biete. „Wir nehmen deshalb einige Hausaufgaben mit.“

Aber nicht nur die Drahthersteller spüren eine Belebung: Auch Strahlmittel von Frohn verkaufen sich nach einer schwierigen Phase 2009 wieder deutlich besser. Das berichtete Michael Frohn, Mitgeschäftsführer des Unternehmens. - ben.-

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