Erster Erste Hilfe-Tag auf Rosmart erfährt überragende Resonanz

Ein Dorf trainiert die Herzdruckmassage

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An die Übungspuppe für die Herzdruckmasage wurde auch der Dorf-Defibrillator angeschlossen, der am Feuerwehrgerätehaus installiert ist. Das Gerät gibt Ersthelfern genaue Anweisungen, was zu tun ist

Altena- Als gute Dorfgemeinschaft wechselt man sich bei schweren Arbeiten ab. Das gilt auch für die Herzdruckmassage, die über mehrere Minuten ganz anstrengend sein kann. Deshalb übernimmt beim „1. Erste-Hilfe-Tag“ auf Rosmart jeder der knapp 60 Teilnehmer einmal, als im Feuerwehrgerätehaus eine schwer erkrankte Übungspuppe daniederliegt.

An sie ist der dorfeigene Defibrillator angeschlossen, der den Ersthelfern genaue Anweisungen gibt. Im Ernstfall kann er genutzt werden: Dem Patienten wird die Oberbekleidung abgenommen, die Klebestreifen auf der Brust befestigt.

Auf der Brust

Mit Hilfe der darin eingelassenen Sensoren analysiert das Gerät, welche Maßnahmen erforderlich sind. Für die Herzdruckmassage gibt es sogar einen Takt vor. Und sollte das Herz im größten Notfall sogar durch einen Stromschlag wieder zum Schlagen gebracht werden müssen, dann sagt das Gerät das an. Es spricht mit jedem, der Erste Hilfe leistet. „Und wir wollen heute zeigen, dass niemand davor Angst haben muss. Man kann nichts falsch machen. Außer, man tut gar nichts“, erklärt Löschgruppenführer Timo Rode. Herzdruckmassage, das erklärt auch Uli Daedelow aus dem Rettungsteam der Feuerwache, ist wichtiger als die Beatmung.

Kopfverbände sind schnell angelegt, lernten die Teilnehmer.

Der Sauerstoff, der mit dem letzten Atemzug des Patienten aufgenommen wurde, muss im Körper verteilt werden, damit die Organe weiterhin versorgt bleiben. Benötigt wird eine harte Unterlage und Muskelkraft. Ist kein Defibrillator zur Hand, der den Rhythmus für den Druck auf den Brustkorb vorgibt, dann sollte sich der Ersthelfer den Takt des Bee Gees-Klassikers „Stayin’ alive“ im Kopf vorstellen. Timo Rode ist begeistert, wie gut und interessiert die Dorfgemeinschaft mitmacht, eingreift und Fragen stellt. „Möglich geworden ist dieser Tag durch unseren neuen Feuerwehr-Förderverein und das Team der Feuerwache Altena“, erklärt er. Nebenan übt eine zweite Gruppe das Anlegen von Verbänden. Gelernt hat es jeder mal, der einen Führerschein hat, doch im Alltag ist Erste Hilfe wenig präsent.

Wenig präsent

Mancher staunt nicht schlecht, mit welch einfachen Mitteln Druck auf eine Wunde ausgeübt werden kann, um eine Blutung zu stoppen: Es genügt, eine noch in Plastik verpackte Mullbinde in den Verband hineinzulegen und dann weiter zu wickeln. Kopfverbände, die sich aufgrund der rundlichen Oberfläche wieder lösen können, fixiert man mit Pflastern oder setzt am besten gleich ein Dreiecktuch ein, das wie eine Bandana befestigt werden kann. Vor dem Gerätehaus steht Jessica Clemens und erklärt Gruppe Nummer drei die verschiedenen Arten von Feuerlöschern, die allesamt auch ausprobiert werden können. Pulverlöscher haben den Vorteil, dass sie überall gelagert werden können, während Behälter mit Flüssigkeiten nicht frostsicher sind. Die Rosmarter lernen aber, dass der Lösch-Schaum weitaus komfortabler ist.

Feuerlöscher

Zudem kann Pulver die Einrichtung und besonders die Elektrogeräte vollständig ruinieren. Fettbrände, das erklärt Jessica Clemens auch, gehören grundsätzlich erstickt und nicht gelöscht. Neben dem Feuerlöscher ist deshalb auch eine Löschdecke eine sinnvolle Heimausstattung. Nachdem alle drei Stationen durchlaufen sind, gibt es noch einen Mittagssnack. In zwei Jahren gibt es ein Wiedersehen. „In dem Turnus sollte Erste Hilfe aufgefrischt werden“, erklärt Timo Rode.

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