Abiturprüfung im Rathaus

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Stefan Rohde koordiniert den Klausurenplan der Oberstufe am Burggymnasium Altena. ▪

ALTENA ▪ Für Lehrer und Schüler ist diese Situation außergewöhnlich. Gleich zwei Stufen beginnen am Montag ihr letztes Schuljahr am Burggymnasium. Das bedeutet im kommenden Frühjahr Doppel-Abitur in Altena.

Erstmals bestreitet in der Burgstadt ein G8-Jahrgang die Prüfungen zur allgemeinen Hochschulreife, zusammen mit der vorerst letzten Jahrgangsstufe 13. Stand heute werden 138 Schüler die Reifeprüfung ablegen.

Vor allem für die Schüler, deren Schulzeit auf dem Gymnasium auf acht Jahre verkürzt wurde (G8) war der Sprung in die Oberstufe keine leichte Aufgabe. Schon ab Klasse 10 begann für sie die Vorbereitung auf das Abitur. „In dieser Einführungsphase hatten wir schon erhebliche Probleme“, erklärt Oberstufenkoordinator Stefan Rohde, „nicht nur hinsichtlich des Unterrichts, sonder vielfach auch vom Reifeprozess her.“ Viele Schüler seien noch mitten in der Pubertät gewesen, so der Lehrer, und hätten für die Oberstufe noch nicht unbedingt die persönliche Reife mitgebracht. Zu sehen ist das auch in den Schülerzahlen. In der Jahrgangsstufe 12 (G8) sind derzeit 56 Schüler, in der 13 sind es 82. Diese Tatsache ist nicht nur dem demographischen Wandel geschuldet. Neben den Verlusten zu Beginn der Oberstufe haben sich auch nach dem letzten Schuljahr viele Jugendliche mit der Fachhochschulreife vom BGA verabschiedet. „Sie wollten zum Teil den Doppeljahrgang vermeiden, um leichter einen Studienplatz an einer Fachhochschule zu bekommen“, so Stefan Rohde.

Leistungsunterschiede kann der Oberstufenkoordinator zwischen den beiden Jahrgängen mittlerweile nicht mehr erkennen. Zahlreiche Kurse wurden schon in den Klassen 11 und 12 zusammengelegt. „Das passte, war aber für den Stundenplanmacher organisatorisch äußerst schwierig“, sagt Rohde.

Organisation ist für Rohde auch das Stichwort bei Klausuren und den Abi-Prüfungen im April 2013. „Zum Beispiel im Deutsch Leistungskurs müssen dann fast 70 Schüler gleichzeitig ihre Abiturprüfung schreiben. In einem Raum geht das hier gar nicht“, erklärt der Koordinator und ergänzt, dass größere Schulen im Umkreis sogar schon Turnhallen genutzt hätten. In Altena half für Klausuren des Doppel-Jahrganges schon die Tatsache, dass der Ratssaal vormittags ungenutzt ist. „Da brauchen wir nur eben über die Straße“, erzählt Rohde von einigen Arbeiten die schon im Rathaus geschrieben wurden. „Wir gehen relativ entspannt daran“, ist Rohde sicher, dass die Prüfungen 2013 ohne Probleme ablaufen werden.

Diese Entspannung ist den Schülern bei ihren Abiturvorbereitungen nicht anzumerken. Im Gespräch mit unserer Zeitung diskutierten Alanna Kockskemper, Sophia Schäfer (beide Jahrgangsstufe 13), Michelle Wolzenburg und Malte Schmermbeck (beide Stufe 12) immer wieder einzelne Details der geplanten Feierlichkeiten. Einen gemeinsamen Abiball wird es aufgrund der großen Schülerzahl wohl nicht geben. Die Suche nach einem Abi-Motto gestaltet sich schwierig. „Jede Stufe will halt ihr Abi“, sagt Alanna Kockskemper, doch Michelle Wolzenburg schränkt ein: „Da müssen wir aber auch praktisch denken.“

Spannend bleibt für die kommenden Abiturienten auch die Abizeitung. „Wir kommen nicht wirklich auf einen Nenner“, meint Sophia.

Klar ist bisher nur eins: Die Zeugnisvergabe wird getrennt erfolgen. „Das würde doch sehr eng in der ZRG“, meint Oberstufenkoordinator Stefan Rohde. ▪ David Schröder

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